Portugal gewinnt dramatisches Achtelfinalduell gegen Kroatien und trifft auf Spanien
Toronto, 03 Juli 2026
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Kurzfassung
Portugal hat sich im WM-Achtelfinale in Toronto mit 2:1 gegen Kroatien durchgesetzt und trifft nun auf Spanien. Ein Kopfballtor von Gonçalo Ramos in der vierten Minute der Nachspielzeit entschied die Partie nach Toren von Ivan Perišić und Cristiano Ronaldo.
Toronto, 03 Juli 2026
Portugal hat sich im Achtelfinalspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Toronto mit 2:1 (0:0) gegen Kroatien durchgesetzt und trifft in der Runde der besten 16 am Montag in Dallas im iberischen Duell auf Spanien.
Dramatischer Auftakt und VAR-Entscheidungen
Vor 43.036 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion von Toronto entwickelte sich am Donnerstagabend ein hochdramatisches Achtelfinale zwischen Portugal und Kroatien, das erst in der Nachspielzeit entschieden wurde. Nach torloser erster Hälfte brachte Ivan Perišić die Kroaten in der 53. Minute nach einer Flanke von Josip Stanišić in Führung.
Portugal antwortete mit wachsendem Druck und kam durch einen Handelfmeter in der 68. Minute zum Ausgleich. Der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas hatte nach einem Videoassistenten-Eingriff auf Strafstoß entschieden, weil Kroatiens Nikola Vlašić im Strafraum den Portugiesen Renato Veiga mit beiden Armen gehalten hatte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Cristiano Ronaldo sicher – sein drittes Turniertor und sein erstes überhaupt in einer WM-K.-o.-Runde.
In der Folge suchten beide Mannschaften die Entscheidung. Während Kroatien in der 75. Minute durch Mateo Kovačić die Querlatte und den Pfosten traf und Mario Pašalić in der 88. Minute per Kopf nur knapp scheiterte, scheiterten auf der anderen Seite Renato Veiga per Kopf (16.), Rafael Leão mit einem Fernschuss an die Latte (58.) sowie Ronaldo per Kopf (87.). Mehrere Treffer wurden zudem nach VAR-Eingriffen wegen Abseits zurückgenommen, darunter Ronaldos vermeintliches 2:1 in der 71. Minute.
Als die Partie bereits in die Nachspielzeit ging, brachte Portugals Trainer Roberto Martínez in der 64. Minute eingewechselte Gonçalo Ramos in der 90.+4 die Entscheidung. Nach einer Flanke von Rafael Leão köpfte der Angreifer zum 2:1 ein und avancierte so zum Matchwinner. „Wenn man noch ein Tor braucht, dann ruft man mich, dann komme ich, dann kommt Gonçalo Ramos und macht einen rein“, sagte der Torschütze anschließend.
Gonçalo Ramos als Joker
Die Schlussminuten hatten es nochmals in sich: In der 13. Minute der Nachspielzeit erzielte Joško Gvardiol vermeintlich den Ausgleich für Kroatien, doch der Treffer wurde nach Videoüberprüfung wegen Abseits aberkannt. „Der Treffer wurde aber vom Schiedsrichter wegen Abseits zu Recht aberkannt“, hieß es dazu im Spielbericht.
Insgesamt wurden im Spiel vier Treffer nach Videobeweis zurückgenommen – neben Ronaldos 2:1 (71.) und Gvardiols spätem Ausgleich (90.+13) auch ein Kopfball von Igor Matanović und ein Treffer von Petar Sučić (80.), der Kroatien zwischenzeitlich vermeintlich in Führung gebracht hätte. Portugal hatte zuvor in Halbzeit eins Ballbesitzanteile von rund 70 Prozent gehalten und 9:3 Torschüsse vorzuweisen gehabt.
Das Spiel stand im Schatten des ersten Todestages von Diogo Jota. Vor der Partie wurde während der portugiesischen Nationalhymne ein Foto des im Vorjahr bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Stürmers auf den Stadionbildschirmen gezeigt. „Diogo ist unser Licht. Er wollte die Weltmeisterschaft gewinnen. Und das ist nun gewissermaßen zu einer Verpflichtung und zu einem Vorbild für uns geworden“, sagte Nationaltrainer Roberto Martínez. Auch Ronaldo erinnerte an seinen ehemaligen Mitspieler: „Er ist dort oben und leuchtet auf uns herab.“
Gedenken an Diogo Jota
Personell veränderte Martínez seine Startformation im Vergleich zum letzten Gruppenspiel auf zwei Positionen: João Neves ersetzte Ruben Neves im Mittelfeld, Rafael Leão begann für João Félix auf dem linken Flügel. Kroatiens Trainer Zlatko Dalić vertraute der gleichen Elf, die Ghana 2:1 besiegt hatte. Während der ersten Hälfte hatten kroatische Fans Cristiano Ronaldo bei nahezu jeder Ballberührung ausgepfiffen.
Mit dem Erfolg wartet im Achtelfinale nun das Duell mit Spanien, das sich zuvor durch ein 3:0 gegen Österreich für die Runde der letzten 16 qualifiziert hatte. Die Tore für die Iberer erzielten Mikel Oyarzabal (36. und 89.) sowie Pedro Porro (66.). Spaniens Torhüter Unai Simón blieb abermals ohne Gegentor und stellte mit insgesamt 519 Minuten ohne Gegentor einen neuen WM-Rekord auf – er übertraf damit die bisherige Bestmarke des Italieners Walter Zenga von 517 Minuten aus dem Jahr 1990.
Spanien wartet: Rekord und iberisches Duell
Das Duell zwischen Portugal und Spanien steigt am kommenden Montag um 21:00 Uhr MESZ in Dallas und wird live im ZDF übertragen. Es ist zugleich ein Wiedersehen zweier iberischer Rivalen, deren Bilanz in Pflichtspielen der jüngeren Vergangenheit ausgeglichen ist. Portugal hatte zuletzt 2016 die Europameisterschaft gewonnen und war bei einer WM noch nicht über den dritten Platz von 1966 hinausgekommen.
Für Luka Modrić, der mit Kroatien ausschied, endete womöglich seine letzte WM-Teilnahme. Der 40 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte vor dem Turnier angekündigt, dass dies seine letzte Weltmeisterschaft sein werde. Gemeinsam mit dem ebenfalls bereits 41-jährigen Cristiano Ronaldo, der seinen 26. WM-Einsatz absolvierte und damit hinter Lionel Messi (29) die zweite Stelle der ewigen Bestenliste belegt, wird er bei der WM 2030 nicht mehr auflaufen können.
Modrićs möglicher Abschied
Aus kroatischer Sicht verlief das Turnier enttäuschend. Die Mannschaft von 2018, die in Russland noch das Finale erreicht hatte, schied in der ersten K.-o.-Runde aus. Perišić, mit 37 Jahren ältester Torschütze der Partie, konnte den Einzug in die nächste Runde nicht verhindern.
Im Parallelspiel des Tages setzte sich Belgien in Seattle mit 3:2 gegen Senegal durch, nachdem es bereits 0:2 zurückgelegen hatte. Romelu Lukaku und Youri Tielemans glichen spät aus, ehe Belgien in der Verlängerung den Sieg perfekt machte. Die Tagesübertragung auf ZDF hatte um 5:00 Uhr mit der Partie zwischen der Schweiz und Algerien begonnen.
Das portugiesische Team reist nun nach Dallas, wo am Montagabend das iberische Gipfeltreffen mit Spanien ansteht. Für Ronaldo, der als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde, ist es im Alter von 41 Jahren zugleich der älteste Torschütze in einem WM-K.-o.-Spiel – zuvor hatte sein Landsmann Pepe diesen Rekord bei der WM 2022 mit 39 Jahren gehalten.
Ausblick auf das Achtelfinale in Dallas
Schiedsrichter Espen Eskas aus Norwegen pfiff die Partie nach einer Nachspielzeit von fast 20 Minuten ab. Insgesamt zeigte der Unparteiische eine Partie mit hohem Unterhaltungswert und zahlreichen umstrittenen Szenen, die durch den Videoassistenten entschärft werden mussten.
Mit Blick auf die nächste Runde warten auf Portugal und Spanien nicht nur sportliche, sondern auch emotionale Herausforderungen. Beide Mannschaften verloren vor Turnierbeginn mit Diogo Jota und David Alaba prägende Spieler beziehungsweise einen, dessen Vertrag bei Real Madrid ausgelaufen ist. „Ich werde erstmal diesen bitteren Moment verarbeiten müssen. Das wird sicherlich ein paar Tage dauern und brauchen. Und dann mache ich mir natürlich Gedanken“, hatte Alaba nach dem Ausscheiden Österreichs gesagt.
Portugal geht als amtierender Europameister von 2016 in das Duell mit Spanien, das seinerseits auf eine starke Defensivleistung um Rekordtorhüter Simón bauen kann. Die Vorrundenbilanz der beiden Teams verlief solide: Beide schlossen die Gruppenphase auf Platz zwei ab.
Ein Wiedersehen gibt es zudem auf Vereinsebene: Ronaldo und Modrić hatten einst sechs Jahre gemeinsam bei Real Madrid gespielt. In Toronto standen sie sich nun wohl zum letzten Mal in einem Pflichtspiel auf internationaler Bühne gegenüber.
Mit dem Einzug ins Achtelfinale hat Portugal das Minimalziel erreicht und kann nun auf einen versöhnlichen Turnierverlauf hoffen. Trainer Martínez betonte nach dem Spiel, dass sein Team „Charakter gezeigt“ habe und „an einem schweren Abend die richtige Antwort gefunden“ habe.
Die nächste Runde steigt am Montagabend (21:00 Uhr MESZ) im AT&T Stadium in Dallas. Spanien und Portugal ermitteln dann, wer von beiden in das Viertelfinale einzieht und dem Traum vom ersten WM-Titel einen Schritt näher kommt.
Fragen & Antworten
Wie hat Portugal das Spiel gegen Kroatien entschieden?
Portugal gewann das Achtelfinale in Toronto mit 2:1. Nach Toren von Ivan Perišić (53.) und Cristiano Ronaldo per Elfmeter (68.) köpfte der eingewechselte Gonçalo Ramos in der 90.+4 Minute nach einer Flanke von Rafael Leão den entscheidenden Siegtreffer.
Wer ist der Gegner Portugals im Achtelfinale?
Portugal trifft am Montag um 21:00 Uhr MESZ in Dallas im iberischen Duell auf Spanien, das sich zuvor mit 3:0 gegen Österreich durchgesetzt hatte. Übertragen wird die Partie live im ZDF.
Welche Bedeutung hatte Diogo Jota bei diesem Spiel?
Das Spiel fand am ersten Todestag des im Vorjahr verstorbenen portugiesischen Stürmers Diogo Jota statt. Während der Nationalhymne wurde sein Foto auf den Stadionbildschirmen gezeigt, und Trainer Roberto Martínez sowie Cristiano Ronaldo gedachten seiner mit persönlichen Worten.
Portugal schlägt Kroatien 2:1 – Achtelfinale gegen Spanien | finanz360