Die Regierungspartei «Bürgervertrag» von Ministerpräsident Nikol Pashinyan hat die Parlamentswahl in Armenien gewonnen und damit den prowestlichen Kurs der Kaukasusrepublik vorerst bestätigt.

Deutlicher Sieg für den Amtsinhaber

Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmten 49,8 Prozent der Armenier für Paschinjans Partei Zivilvertrag, wie sie im Deutschen auch genannt wird. Damit errang die Partei 61 der insgesamt 105 Sitze in der Nationalversammlung, nachdem sie nach Teilergebnissen zunächst bei etwa 51 Prozent gelegen hatte. Es ist der dritte Wahlsieg in Folge für Paschinjan, der seit der Revolution von 2018 regiert. Die Wahlbeteiligung lag mit 59 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2021.

Paschinjan sprach in der Nacht zum Montag von einem «historischen Sieg» seiner Partei. Dieser werde «Armeniens Fortbestand und Entwicklung sichern», sagte der 51-Jährige. In Jerewan betonte er zudem, Armenien werde eine ausgewogene Außenpolitik verfolgen, und die Frage einer «Wahl zwischen Russland und dem Westen» stelle sich nicht. Dennoch gilt die Abstimmung als Richtungsentscheidung über die geopolitische Orientierung des Landes.