Der Gründer der chinesischen Untergrundkirche Zion, Ezra Jin Mingri, ist nach fast neun Monaten Haft freigelassen worden und in Los Angeles mit seiner Familie zusammengetroffen, weniger als zwei Monate nachdem US-Präsident Donald Trump seinen Fall bei Chinas Staatschef Xi Jinping angesprochen hatte.
Pastor Ezra Jin Mingri war im Oktober vergangenen Jahres im Rahmen einer der größten Razzien gegen eine einzelne Kirche in China seit Jahrzehnten festgenommen worden. Insgesamt 18 Leitungsfiguren der Zion Church wurden damals nach Angaben von Menschenrechtlern in Gewahrsam genommen. Nach chinesischen Angaben erfolgte die Freilassung anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstags. Die Menschenrechtsorganisation ChinaAid teilte mit, inzwischen sei Jin Mingri in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien eingetroffen.
Jin hatte 2007 in Peking die "Kirche von Zion" gegründet, die von den Behörden elf Jahre später aufgelöst wurde. Dennoch hält sie weiter Versammlungen in zahlreichen Städten ab, aber auch Gottesdienste per Videokonferenz. Die Zion Church zählt zu den größten nicht registrierten Haus- und Untergrundkirchen in China. Religiöse Aktivitäten werden aber streng überwacht. Gläubige dürfen nach chinesischen Regelungen nur in registrierten Gemeinden beten.
