ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat am Donnerstag in einer E-Mail an die rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitgeteilt, dass sie sich nicht für die Führungsposition des öffentlich-rechtlichen Senders für die Amtszeit 2027 bis 2031 bewerben wird.

Freiheit durch Verzicht

Die Entscheidung fiel am Tag des Bewerbungsschlusses. Thurnher erklärte, der Schritt sei ihr nicht leichtgefallen, und dankte für zahlreiche Ermutigungen, erneut anzutreten. Gleichzeitig betonte sie, dass der Verzicht auf eine Kandidatur ihr eine gewisse Freiheit bringe: „Ich muss nicht taktieren, ich muss nicht tun, was opportun ist.“

Thurnher, die den Sender seit dem Abgang von Roland Weißmann zunächst provisorisch und seit Mitte April als reguläre Generaldirektorin führt, will die verbleibenden Monate bis zum Jahresende nutzen, um ihr Programm „Transparenz. Konsequenz. Aufarbeitung.“ durchzusetzen. „Bis 1. Jänner wird nicht auf Pause gedrückt“, schrieb sie.