Nach einem frostigen Pfingstwochenende mit Niederlagen gegen Deutschland und Finnland steht Österreichs Eishockey-Nationalteam vor dem entscheidenden Vorrundenspiel gegen die USA – ein Sieg am Dienstag in Zürich ist Pflicht für das Viertelfinale.
Das Pfingstwochenende war für Österreichs Eishockey-Nationalteam bei Temperaturen über 30 Grad in Zürich alles andere als erfreulich. Die Mannschaft von Teamchef Roger Bader kassierte zwei deutliche Niederlagen: ein 2:6 gegen Deutschland und ein 2:5 gegen Finnland.
Damit steht das Team nun mit dem Rücken zur Wand. Nur wenn Henrik Neubauer und seine Kollegen am Dienstag (16.20 Uhr, ORF 1) den Olympiasieger USA bezwingen, führt der Weg ins Viertelfinale. Rechnerisch ist die Chance noch intakt.
USA erfüllen Pflicht mit Mühe
Die USA ihrerseits erledigten ihre Pflichtaufgabe gegen Ungarn souverän. Mit einem 7:3-Erfolg wahrten die US-Amerikaner ihre Chance auf die K.-o.-Runde. Allerdings geriet der Favorit nach einer zwischenzeitlichen 4:0-Führung noch einmal ins Zittern.
Noch vor der ersten Pause erhöhte NHL-Superstar Matthew Tkachuk auf 2:0 (19. Minute). Im zweiten Drittel zogen die USA durch Treffer von Ryan Leonard (23.) und erneut Faulk (28.) auf 4:0 davon. Csanad Erdely verhinderte zwar ein US-Shutout (31.), doch Leonard stellte mit seinem zweiten Tor den Vier-Tore-Vorsprung wieder her (39.).
Im Schlussdrittel brachten Erdely (48.) und Gabor Tornayai (55.) mit zwei Toren Ungarn noch einmal auf zwei Tore heran, doch die USA ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Max Plantes Treffer zum 7:3 27 Sekunden vor der Sirene hatte nur noch statistischen Wert. Die Schussstatistik von 48:17 sprach eine klare Sprache zugunsten der US-Boys.
Norwegens Coup gegen den Weltmeister
Für den Titelverteidiger ist die Ausgangslage klar: Er benötigt am Dienstag einen Sieg gegen Österreich nach 60 Minuten, um Deutschland und Bader-Team im Kampf um den Viertelfinal-Platz hinter sich zu lassen.
Eine faustdicke Überraschung gelang Norwegen. Mit einem überzeugenden 4:1-Erfolg gegen den favorisierten Weltmeister von 2024, Tschechien, überholten die Skandinavier den Titelträger in der Tabelle und stehen als Zweiter fix im Viertelfinale – zum ersten Mal seit 14 Jahren.
Norwegen erwischte einen Blitzstart. Havard Östrem Salsten (3. Minute) und Michael Brandsegg-Nygard (7.) sorgten früh für eine 2:0-Führung. Tschechien kam durch Jaroslvan Chmelar zwar noch im ersten Drittel zum Anschlusstreffer (16.), doch danach bissen sich die Favoriten an Goalie Henrik Haukeland die Zähne aus.
Abstiegskampf und deutsche Pflicht
Martin Ronnild (48.) und erneut Brandsegg-Nygard besiegelten für Tschechien die insgesamt zweite Turnierniederlage, allerdings die erste nach regulärer Spielzeit. Zuletzt war Norwegen 2012 bei der WM in Stockholm und Helsinki im Viertelfinale vertreten gewesen.
Der norwegische Erfolg unterstreicht die Leistungsdichte des Turniers. Auch die Kanadier waren von den Skandinaviern an den Rand einer Niederlage gebracht worden, ehe sie sich mit 6:5 in der Verlängerung durchsetzten.
