Die österreichische Eishockey-Nationalmannschaft hat am Dienstag Lettland bei der Weltmeisterschaft in Zürich mit 3:1 besiegt und bleibt damit im Rennen um den Einzug ins Viertelfinale.
Die Österreicher setzten sich gegen den WM-Dritten von 2023 dank einer kämpferischen und taktischen Meisterleistung durch. Die Tore erzielten Tim Harnisch (28.), Benjamin Nissner (45./PP) und Vinzenz Rohrer (60./EN).
Teamchef Roger Bader zeigte sich nach dem Spiel emotional: "Ich habe Gänsehaut", erklärte er. "Es ist unglaublich ergreifend zu sehen, wie die Mannschaft kämpfte, sich an das Spielkonzept hielt und sich gegenseitig motivierte."
Besonders beeindruckend war die Defensivleistung der Österreicher. Sie mussten nie in Unterzahl spielen, blockten zahlreiche Schüsse und zeigten sich diszipliniert gegen die provokanten Letten.
Torhüter Atte Tolvanen war eine sichere Bank im österreichischen Tor. "Das hat Spaß gemacht", sagte der Finne nach dem Spiel. "Wenn es Rebounds gab, waren die Burschen da und haben die Scheibe weggeschlagen."
Die Österreicher zeigten sich auch offensiv effizient. Mit einer Trefferquote von 17,39 Prozent sind sie das treffsicherste Team des Turniers – vor sogar Kanada (15,24 Prozent).
Defensive Stärke und Disziplin
Nach dem frühen Ausgleichstreffer der Letten durch Roberts Balcers (41.) ließen sich die Österreicher nicht aus der Ruhe bringen. "Wir sind nicht auseinandergebrochen", betonte Bader.
Den entscheidenden 2:1-Führungstreffer erzielte Benjamin Nissner im Powerplay nach einem Foul an Dominic Zwerger. "Es ist unglaublich, das hat uns niemand zugetraut", sagte Nissner nach dem Spiel.
Mit diesem Sieg setzt Österreich seine Erfolgsserie fort. Das Team ist erstmals in der Geschichte mit drei Siegen in eine A-WM gestartet und hat gute Chancen, wie schon im Vorjahr das Viertelfinale zu erreichen.
Bereits am Mittwoch (16.20 Uhr) wartet mit Gastgeber Schweiz der nächste schwere Gegner. "Die Favoritenrolle ist klar verteilt", sagte Bader vor dem Duell mit seinem Heimatland.
Schweiz als nächster Gegner
Die Schweizer haben ihre drei Spiele bisher gewonnen und Deutschland zuletzt mit 6:1 deklassiert. Dennoch will sich Österreich "nicht zur Schlachtbank führen lassen", wie Bader betonte.
Sollte das Team von Roger Bader das Viertelfinale erreichen, wäre dies bereits das zweite Mal nach 2025 – und das trotz der Absage mehrerer Top-Spieler.
Historische Chance
Die Vorbereitung auf die WM war optimal, da viele österreichische Clubs früh aus den Playoffs ausgeschieden waren. "Da war fast eine Art zweiter Saisonaufbau möglich", erklärte Bader.
Die junge vierte Linie mit WM-Debütanten wie Tim Harnisch überzeugte erneut. "Ich habe eine talentierte, junge Linie gebaut", sagte Bader stolz. "Viele sagen, die vierte Line müssen Fleischberge sein – wir sind anders gefahren."
Jugendliche überzeugen
Mit diesem Teamgeist und der bisherigen Leistung könnte Österreich die Sensation vom Vorjahr wiederholen. "Jetzt können wir vom Viertelfinale reden", sagte Bader. "Das ist unser offizielles Ziel."
