Berlin, 05 Juni 2026

Österreich ist am Mittwoch in New York in den UN-Sicherheitsrat gewählt worden, während Deutschland mit 104 Stimmen an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit scheiterte und stattdessen Österreich und Portugal den beiden Sitzen der westeuropäischen Regionalgruppe zufielen.

Wahlergebnis und unmittelbare Reaktionen

Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, gab die Niederlage der deutschen Kandidatur am Mittwoch in New York bekannt. Deutschland hatte sich zum siebten Mal um einen nicht-ständigen Sitz im mächtigsten Gremium der Vereinten Nationen beworben und war bereits 2019 und 2020 Mitglied des Rates gewesen. Die nächste Chance auf eine Mitgliedschaft ergibt sich laut übereinstimmenden Angaben erst im Jahr 2028 für die dann beginnende Amtszeit 2029.

Im Rennen um die beiden Sitze der Westeuropäischen und Anderen Gruppe (WEOG) setzte sich Österreich mit 131 Stimmen bereits im ersten Wahlgang durch. Portugal erhielt ebenfalls die erforderliche Mehrheit. Deutschland kam lediglich auf 104 Stimmen und verfehlte damit die nötige Zweidrittelmehrheit von 127 Stimmen deutlich. Neben den beiden europäischen Ländern wurden Kirgisistan, Simbabwe und Trinidad und Tobago aus anderen Regionalgruppen in den Rat gewählt.

Debatte über finanzielle Beiträge und außenpolitische Linie

Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan zeigte sich enttäuscht über den Ausgang der Wahl. Sie warnte zugleich davor, sich aus der Verantwortung für die Vereinten Nationen zurückzuziehen, und betonte, Deutschland müsse verlässlich bleiben und Verantwortung übernehmen. Die Bundesregierung erklärte, es spreche vieles für eine erneute Kandidatur in acht Jahren.