Der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl ist Mitte Juni erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar unter 75 US-Dollar gefallen, nachdem die USA und der Iran nach mehr als 100 Tagen der schwersten jemals verzeichneten Störung der weltweiten Energieversorgung ein Rahmenabkommen unterzeichnet hatten.

Mit dem Preisrutsch hat sich Brent seit dem Krisenhoch von 126 Dollar im März um rund 40 Prozent verbilligt. Analystinnen und Analysten sehen darin vor allem die Erwartung wiederhergestellter Lieferketten durch die Straße von Hormus eingepreist. „In dem jetzigen Ölpreisrückgang steckt eine sehr positive Erwartungshaltung drin“, sagt Thomas Benedix, Rohstoffanalyst bei Union Investment, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.

Hintergrund des Preisverfalls ist eine diplomatische Annäherung: Nach mehr als 100 Tagen der schwersten jemals verzeichneten Störung der weltweiten Energieversorgung hatten die USA und Iran ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Zugleich normalisiert sich der Schiffsverkehr durch die Meerenge, die im Konflikt zeitweise kaum passierbar war. Nach Angaben des auf die Analyse von Schifffahrtsdaten spezialisierten Unternehmens Kpler hat der Frachtverkehr durch die Straße von Hormus zuletzt den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs erreicht.