Der Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica will in Deutschland bis Ende des Jahres bis zu 1.100 Vollzeitstellen abbauen und damit rund jede sechste Position streichen.

Auslöser: Verlust von Großkunde 1&1

Wie die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns in München mitteilte, soll die Anzahl der Vollzeitstellen bis Ende dieses Jahres um bis zu 1.100 sinken. Im Januar hatte die Firma 6.820 Vollzeitstellen. Damit ist rechnerisch etwa jeder sechste Arbeitsplatz betroffen. Für die Beschäftigten liegen nun Abfindungen und andere Angebote bereit, damit sie freiwillig gehen.

Den Anstoß für den Umbau gibt der Verlust des größten Kunden: 1&1 nutzte jahrelang das O2-Netz und zahlte dafür Miete – inzwischen ist die Firma mit ihren 12 Millionen Handykunden zum Konkurrenten Vodafone gewechselt. Dadurch bekam O2 deutlich weniger Geld in die Kasse. Auch das Kerngeschäft steht unter Druck: Das Hauptgeschäft von O2 ist der Mobilfunk. Die Firma verkauft zwar auch Verträge für Festnetz-Internet, dafür nutzt sie aber das Netz von Konkurrenten – Festnetz ist eher ein Nebengeschäft für O2.

Argelich Hesse: „Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit sichern“

Mit den Maßnahmen sichere man die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Telefónica Deutschland, sagt Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse. „Wir vereinfachen die Organisation, bündeln Tätigkeiten und intensivieren den Einsatz Künstlicher Intelligenz in zentralen Abläufen.“ Anfang 2026 übernahm der Deutsch-Spanier Argelich Hesse das Ruder, um den Laden wieder flottzubekommen. Der langjährige Firmenchef Markus Haas nahm Ende vergangenen Jahres den Hut.