Recherchen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in der vom US-Nationalarchiv veröffentlichten NSDAP-Mitgliederkartei belegen, dass alle vier Mitglieder des Proponentenkomitees, das die FPÖ vor rund 70 Jahren provisorisch führte, ehemalige Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei waren.
Das Magazin Der Spiegel teilte mit Verweis auf die Mitgliederkarteien der NSDAP mit, dass sich öffentlich dokumentieren lässt, dass die ersten Parteiführungen der FPÖ allesamt aus Altnazis bestanden. „So finden sich laut „Spiegel" alle vier Mitglieder des sogenannten Proponentenkomitees, das die FPÖ zunächst provisorisch führte, in der Kartei. Dasselbe gelte für das Quartett, das nach dem ersten Parteitag im April 1956 die Kontrolle übernahm."
Auch ein Wechsel 1958 habe, so der „Spiegel", lediglich ein weiteres ehemaliges NSDAP-Mitglied in die Parteiführung gebracht. Damit sei die bisherige FPÖ-Darstellung, die Partei sei damals aus einem Sammelbecken für nationale wie liberale Kräfte entstanden, nicht mehr haltbar. „Diese Behauptung lasse sich nicht mehr aufrechterhalten, so der Spiegel. Altnazis hätten mehr als nur eine wesentliche Rolle bei der Gründung der FPÖ gespielt."
Hintergrund: Auswertung der NSDAP-Kartei
Mehrere Medien hatten in den vergangenen Wochen die Mitgliederkartei der NSDAP öffentlich zugänglich gemacht, sodass jeder Interessierte darin recherchieren kann. Die vom „Spiegel" nun durchforstete Kartei war vom US-Nationalarchiv veröffentlicht worden. Sie enthält systematisch erfasste Daten zu früheren Parteimitgliedern und ermöglicht damit eine nachträgliche Zuordnung.
