Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat am 14. Juli 2026 in der Abgeordnetenkammer in Rom eine Niederlage bei ihrer geplanten Wahlrechtsreform erlitten, als ein zentraler Änderungsantrag ihrer Partei Fratelli d'Italia in geheimer Abstimmung mit 188 zu 187 Stimmen abgelehnt wurde.

Geheime Abstimmung und abweichende Koalitionsabgeordnete

Die Abstimmung galt einem Kernelement des Reformpakets: der Wiedereinführung von Vorzugsstimmen, mit denen Wählerinnen und Wähler einzelne Kandidatinnen und Kandidaten auf den Parteilisten nach oben wählen können. Obwohl die beiden Koalitionspartner Forza Italia und Lega zuvor ihre Unterstützung zugesagt hatten, votierte am Ende eine Mehrheit gegen den Antrag. Da die Regierungskoalition im Parlament über eine deutliche Mehrheit verfügt, müssen nach Einschätzung von Beobachtern Abgeordnete aus Melonis eigenem Lager gegen die Parteilinie gestimmt haben. Das Zitat aus dem Bericht fasst die Ausgangslage zusammen: "obwohl Meloni die Zusage ihrer Bündnispartner hatte, den Antrag zu unterstützen. Am Ende stand es 188 zu 187 Stimmen gegen die Gesetzesänderung. Es müssen sich also Parlamentarier aus dem Regierungslager nicht an die Absprache gehalten haben."