Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat beim NATO-Gipfel in Ankara ein deutliches Zeichen der Einigkeit gefordert und zugleich Gespräche über mittlere Reichweitenwaffen als Bewegung, aber noch nicht als Ergebnis bezeichnet.
Am Morgen des zweiten Gipfeltages sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk, er hoffe auf ein starkes Signal der Geschlossenheit. Diese Einigkeit sei nötig, um die strategische Lücke bei Mittelstreckenwaffen zu schließen, die durch den angekündigten Abzug amerikanischer Fähigkeiten aus der NATO-Planung entstanden sei. Das Treffen in der Türkei stand damit unmittelbar im Zeichen des Umgangs mit der veränderten Rolle der USA innerhalb des Bündnisses.
Pistorius betonte im Hinblick auf mittlere Reichweitenwaffen, es gebe Bewegung, aber noch keine Ergebnisse. „Wir sind sehr viel weiter“, sagte er mit Blick auf neue Rüstungskooperationen, Drohnen, Weltraumfähigkeiten und das europäische Projekt für präzisionsgesteuerte Langstreckenwaffen. Er halte eine Vereinbarung mit den USA über den Kauf solcher Waffen für möglich. Der Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern werde zugleich als Alternative zu deren Stationierung in Deutschland präsentiert. Wann welche zusätzlichen militärischen Aufgaben Deutschland konkret übernehme, werde sich „in den nächsten Monaten und wahrscheinlich erst in den nächsten Jahren wirklich endgültig herausstellen“.
