Nach dem zweiten Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain in der Vereinsgeschichte ist es in der Nacht zum Sonntag in zahlreichen französischen Städten zu massiven Ausschreitungen gekommen, die Präsident Emmanuel Macron bei einem Empfang der Mannschaft im Élysée-Palast scharf verurteilte.
Innenminister Laurent Nuñez bezifferte die Zahl der vorläufig Festgenommenen landesweit auf rund 780, davon etwa 480 allein in Paris. Bei den Einsätzen wurden nach Behördenangaben 57 Polizisten verletzt. Die Gesamtzahl der Verletzten liegt bei mehr als 200 Menschen.
Die Vorfälle ereigneten sich in rund 15 Städten, darunter Rennes, Straßburg, Clermont-Ferrand und Grenoble, wo es zu Plünderungen kam. In sozialen Medien verbreitete Videos zeigten brennende Autos, errichtete Barrikaden und das Abfeuern von Feuerwerkskörpern auf Einsatzkräfte.
Eskalation auf den Champs-Élysées
Besonders angespannt war die Lage auf den Champs-Élysées, wo sich Tausende Menschen versammelt hatten. Dort lieferten sich vermummte Personen und Sicherheitskräfte wiederholt Auseinandersetzungen, bei denen Projektile und Tränengas zum Einsatz kamen.
Innenminister Nuñez erklärte auf einer Pressekonferenz am Sonntag, die Ausschreitungen seien erwartet worden und absolut inakzeptabel. Wörtlich sagte er: „Es gab feierliche Demonstrationen, die von einer Reihe von Ausschreitungen begleitet waren, was der Situation entspricht, die wir erwartet und daher vorausgesehen hatten. Diese Ausschreitungen sind absolut inakzeptabel.“
Macrons deutliche Worte im Élysée-Palast
Präsident Macron empfing die Mannschaft von Paris Saint-Germain am Nachmittag nahe dem Eiffelturm und später im Élysée-Palast. Dabei fand er deutliche Worte: „Ich will mich nicht daran gewöhnen“, sagte Macron und fügte hinzu: „Das ist kein Fussball, das ist kein Sport, das ist nicht, was wir lieben. Wir werden gegenüber denjenigen, die erwischt wurden, kompromisslos sein.“