Berlin, 18 Juli 2026

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Jens Spahn steht nach der öffentlichen Bekanntgabe der Geburt seines Sohnes durch eine Leihmutter in den USA unter massivem Druck aus den eigenen Reihen, das CDU-Präsidium will den Fall am kommenden Montag beraten.

Elternschaft in den USA

Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Eltern geworden sind. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt. Der Sohn, der den Namen Georg trägt, wurde nach Angaben des Paares in den Vereinigten Staaten geboren. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) zuerst berichtete, halten sich Spahn und Funke derzeit mit dem Säugling in den USA auf.

Die Nachricht löste eine Welle der Kritik aus – auch und besonders aus der eigenen Partei. Denn während Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist, ist sie in den USA unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Die CDU hatte zuletzt im Februar gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft gestimmt – auch Spahn selbst hatte sich als Minister gegen eine Freigabe ausgesprochen. Kritiker werfen ihm daher Doppelmoral vor.

Spahns Verteidigung im Podcast

In einem Podcast mit dem Bild-Journalisten Paul Ronzheimer äußerte sich Spahn zu den Vorwürfen. „Ich habe lange mit mir gerungen, auch was das Thema Leihmutterschaft angeht. Ich bin lange zerrissen gewesen“, sagte Spahn. Er betonte, kein deutsches Gesetz gebrochen zu haben. Zugleich räumte er ein: „das eine die reine Lehre ist und das andere das echte Leben“. Die Entscheidung über seine politische Zukunft wolle er der Fraktion überlassen, die nach der Sommerpause am 8. September wieder regulär zusammentritt. „Am Ende kann ja nur die Fraktion darüber entscheiden, wie es weitergeht“, sagte Spahn. Auch sein Ehemann Daniel Funke kündigte an: „Man werde alle Fragen beantworten, man verstehe, dass das Thema viele Menschen beschäftige“.