Berlin, 02 Juni 2026
Beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Bundesumweltministeriums in Berlin hat die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel den Klimaschutz als Überlebensfrage der Menschheit bezeichnet und zugleich Selbstkritik geübt.
Festakt im Café Moskau
Die CDU-Politikerin sprach am Dienstagabend im Café Moskau an der Karl-Marx-Allee vor etwa 250 Gästen aus Politik, Verwaltung und Umweltverbänden. Merkel, die das Ministerium von 1994 bis 1998 unter Kanzler Helmut Kohl geführt hatte, sagte laut Redemanuskript: "Trotz aller anderen politischen Herausforderungen bleibt der Klimawandel eine Überlebensfrage der Menschheit." Zugleich räumte sie ein, dass die Klimaziele heute unter Druck stünden und "manchmal scheint mir das in diesen Tagen ein wenig in den Hintergrund zu treten".
Merkel verband ihre Warnung mit einer Mahnung an die Politik. Sie rief dem Publikum zu: "Bleiben Sie standhaft." Außerdem bezeichnete sie den Handel mit Emissionszertifikaten als "wichtig und richtig". Mit Blick auf die Gegenwart fragte sie selbstkritisch: "Es bleibt die Frage, ob es in meiner Macht gelegen hätte, beim Klimaschutz mehr Vorsorge zu treffen." Man habe "immer wieder nach dem Prinzip Hoffnung und nicht nach dem Vorsorgeprinzip" gehandelt.
