Arnautovic Abschied vom ÖFB: Tränen nach 0:3 gegen Spanien | finanz360
Marko Arnautovic beendet nach 0:3 gegen Spanien seine ÖFB-Karriere
Los Angeles, 03. Juli 2026
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Kurzfassung
Nach dem 0:3 gegen den amtierenden Europameister Spanien im WM-Achtelfinale hat Marko Arnautovic sein letztes Länderspiel für Österreich bestritten. Der 37-jährige Wiener kämpfte dabei mit den Tränen und sprach anschließend im TV von einer Katastrophe.
Der Wiener Marko Arnautovic hat nach dem 0:3 Österreichs gegen den amtierenden Europameister Spanien im WM-Achtelfinale in Los Angeles sein letztes Länderspiel für das ÖFB-Team absolviert und seinen Abschied aus der Nationalmannschaft bekannt gemacht.
Das Aus kam am Donnerstagabend (Ortszeit) in Los Angeles. Mit dem 0:3 gegen den amtierenden Europameister Spanien verlor Österreich nicht nur das erste K.-o.-Match bei einer Endrunde seit 1954, sondern auch einen seiner prägendsten Spieler der letzten zwei Jahrzehnte. Marko Arnautovic stand in diesem Spiel zum 137. und letzten Mal im Trikot der Nationalmannschaft.
Schon beim Schlusspfiff stand für den 37-Jährigen fest: „Beim Schlusspfiff habe ich gewusst, dass es das letzte Mal war.“ In einem TV-Interview beim Sender Servus TV kämpfte der Routinier sichtlich mit den Tränen und sprach anschließend offen über seine Gefühle. Er bezeichnete das Ende seiner Karriere im ÖFB-Dress als „Eine Katastrophe, weil es für mich das letzte Mal war“ – eine Aussage, die sowohl den sportlichen Abschied als auch das deutliche Ergebnis gegen Spanien zusammenfasste.
Emotionale Worte nach dem Schlusspfiff
Die WM selbst, so betonte Arnautovic mehrfach, sei das absolute Highlight seiner Laufbahn gewesen. „Die WM war das absolute Highlight in meiner Karriere“, sagte er. Kurz und prägnant fasste er den emotionalen Kern der WM-Reise zusammen: „Das war natürlich das größte Highlight meiner Karriere, dass ich mit meinem Land, mit Österreich hier bei der WM spiele.“ Damit schloss sich für ihn ein Kreis, der im Herbst 2008 begonnen hatte.
Sein Debüt für die österreichische Nationalmannschaft gab Arnautovic am 11. Oktober 2008. In den rund 18 Jahren danach bestritt er 137 Länderspiele und erzielte 49 Tore. Damit gehört er zu den absoluten Rekordspielern des ÖFB. Schon vor dem Turnier hatte er angekündigt, dass er nach der Endrunde Schluss machen werde: „Ich höre nach der Endrunde auf!“, hatte er im Vorfeld der WM erklärt.
Karrierebeginn im Oktober 2008
Den sportlichen Ausgang der Partie wertete Arnautovic trotz der Enttäuschung sachlich: „Gratulation an Spanien, wir haben es versucht. Sie waren ein überragender Gegner.“ Die Spanier, die als Titelverteidiger von der Europameisterschaft angetreten waren, erwiesen sich für das österreichische Team als eine zu hohe Hürde. Der Traum vom Einzug in das Achtelfinale war damit geplatzt.
Emotional wurde es vor allem bei einem anderen Aspekt: der Familie. „meine zweite Familie“, nannte Arnautovic die Nationalmannschaft immer wieder. „Es trifft mich natürlich, dass ich jetzt meine zweite Familie nicht mehr am Platz sehen werde“, sagte er mit erstickter Stimme. Die Tränen, die er zuvor schon live im TV gezeigt hatte, galten nicht nur dem verlorenen Spiel, sondern vor allem dem Abschied von Mannschaft, Betreuerstab und Verband.
Vom Platz in die zweite Familie
Bereits im Sommer 2025 hatte Arnautovic seinen Verein gewechselt und spielt seither für Roter Stern Belgrad, den serbischen Rekordmeister. Sein Vertrag dort läuft noch bis zum 30. Juni 2027. Wenn dieser ausläuft, plant er, zu seiner Familie nach Bologna zu ziehen. Damit ist absehbar, dass Arnautovic in den kommenden Jahren zwar noch auf Clubebene aktiv bleiben wird, internationale Bühne und ÖFB-Trikot aber fortan Geschichte sind.
Auch auf Vereinsebene ist der 37-Jährige, der in Wien geboren und aufgewachsen ist, weiterhin gefordert. Belgrad, die Heimat des serbischen Rekordmeisters, liegt am Zusammenfluss von Donau und Save. Dort wird Arnautovic in der kommenden Saison noch im Angriff der Serben mitwirken.
Verein: Roter Stern Belgrad
Im österreichischen Fußball wird sein Name dennoch untrennbar mit einer Ära verbunden bleiben. Schon vor diesem letzten Spiel galt Arnautovic als eine der schillerndsten Figuren des ÖFB, nicht zuletzt wegen seiner Spitznamen „Arnie“ und „Astronaut“. Beide entstanden auf den Rängen und in den Medien und begleiteten ihn über Jahre.
Im Turnier selbst hatte Arnautovic seine Rolle als Anführer und Routinier ausgefüllt. Mit seiner Routine hatte er die Mannschaft durch die Gruppenphase getragen, ehe im Achtelfinale gegen den Favoriten aus Spanien Endstation war. Dass ausgerechnet dieses Hochkaräter-Duell sein letzter Auftritt war, machte den Abend in Los Angeles für ihn so besonders.
Am Ende stand nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem ein persönliches Kapitel. Arnautovic, der in vielen Phasen als „ÖFB-Torschütze“ und Identifikationsfigur galt, schloss seine Nationalmannschaftskarriere mit dem 137. Einsatz ab. Eine nüchterne Zahl, hinter der 18 Jahre, unzählige Reisen und ein Leben im Zeichen der rot-weiß-roten Fahne stehen.
Schon unmittelbar nach Schlusspfiff, noch auf dem Platz, war Arnautovic von Emotionen überwältigt. Kameras hielten fest, wie er sich nur schwer von Mannschaftskameraden und Betreuern trennen konnte. Wer den Wiener lange begleitet hat, wusste in diesem Moment: Hier verabschiedet sich nicht einfach ein Spieler, hier endet ein Stück österreichischer Fußballgeschichte.
Zahlen einer Ära
Für den ÖFB beginnt damit die Zeit nach einer Ära. Die nächste Generation, geprägt von jungen Spielern, muss nun den Übergang meistern. Arnautovic selbst wird dem Verband dabei wohl in anderer Rolle erhalten bleiben. Noch am Abend seines Abschieds deutete er an, dass er dem Fußball verbunden bleiben wolle.
Was bleibt, sind die Zahlen: 137 Länderspiele, 49 Tore, ein WM-Achtelfinale 2026 in Los Angeles. Und das Bild eines Spielers, der auf dem Rasen weinte und im Stadion minutenlang von seinen Kollegen umarmt wurde. „Eine Katastrophe, weil es für mich das letzte Mal war“ – der Satz des Abends.
Für die Fans in Österreich bleibt ein bitter-süßer Moment: Stolz auf das Erreichte, Trauer über das Ende. Arnautovic hat das Turnier, das Spiel und seinen Abschied in einem einzigen Auftritt zusammengeführt. Selten ist ein Karriereende so greifbar geworden wie an diesem Donnerstagabend in Los Angeles.
Fragen & Antworten
Wer ist Marko Arnautovic und warum wird er „Arnie“ genannt?
Marko Arnautovic ist ein 37-jähriger Wiener, der seit dem 11. Oktober 2008 für die österreichische Nationalmannschaft spielte und dabei 137 Länderspiele sowie 49 Tore erzielte. Die Spitznamen „Arnie“ und „Astronaut“ entstanden auf den Rängen und in den Medien und begleiteten ihn über Jahre.
Warum gilt die Partie gegen Spanien als historisch für Österreich?
Österreich verlor das Spiel gegen den amtierenden Europameister Spanien mit 0:3 und schied damit aus der WM aus. Es war für Österreich dem Artikel zufolge das erste K.-o.-Spiel bei einer Welt- oder Europameisterschaft seit 1954.
Was hat Arnautovic nach dem Spiel angekündigt?
Marko Arnautovic bestätigte nach dem Schlusspfiff im TV-Interview bei Servus TV, dass es sein letztes Länderspiel war und sprach von einer „Katastrophe“. Er hatte bereits vor dem Turnier angekündigt, nach der Endrunde aus dem Nationalteam zurückzutreten.