Marcus Hoffmann (CDU) hat die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters in Aue-Bad Schlema gegen den Kandidaten der Freien Sachsen, Stefan Hartung, gewonnen.

Ergebnis und Wahlbeteiligung

Nach dem vorläufigen Ergebnis des zweiten Wahlgangs entfielen auf Hoffmann 5007 gültige Stimmen, was 52,7 Prozent entspricht. Stefan Hartung, der als Kandidat der rechtsextremen Kleinpartei Freie Sachsen angetreten war, erhielt 4499 Stimmen (47,3 Prozent). Der Abstand zwischen beiden Bewerbern betrug damit rund 500 Stimmen.

Die Auszählung in den 13 Wahllokalen der Stadt im Erzgebirgskreis gestaltete sich über weite Strecken offen. Nach der Auszählung der Präsenzwahl lag Hartung zwischenzeitlich mit 148 Stimmen vorne. Erst die Briefwählerinnen und Briefwähler sorgten für die Wende und bescherten Hoffmann eine deutliche Mehrheit. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 62 Prozent und damit leicht höher als im ersten Wahlgang vier Wochen zuvor.

Reaktionen der Kandidaten

Aue-Bad Schlema ist eine Kleinstadt mit weniger als 19000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die 2019 aus einem Zusammenschluss hervorging. Im ersten Wahlgang war Hartung auf den vierten Platz gekommen; Tony Neuß (Die Linke) war ebenfalls angetreten. In der Stichwahl standen sich schließlich Hoffmann und Hartung direkt gegenüber.

Hoffmann sprach nach dem Wahlsieg von einem Wechselbad der Gefühle. „Es war schon ein Wechselbad der Gefühle“, sagte er mit Blick auf den schwankenden Verlauf der Auszählung. „Ich bin glücklich, dass es am Ende gereicht hat.“ Für die kommenden sieben Jahre kündigte er ein Konzept für die Stadt an: „Daraus müsse dann ein Konzept für die nächsten 7 Jahre gestrickt werden.“

Der amtierende Oberbürgermeister Heinrich Kohl gratulierte Hoffmann privat und erklärte, er wolle sich nicht weiter äußern, bis der Gemeindewahlausschuss das amtliche Ergebnis festgestellt hat. Erst danach wird die Wahl rechtlich endgültig.

Vorwürfe und Briefwahl-Affäre

Stefan Hartung ist Vizechef der Freien Sachsen und Mitglied der NPD, die sich inzwischen „Die Heimat“ nennt. Er trat nach eigener Aussage bereits 2005 als junger Erwachsener in die NPD ein. Vor der Gründung der Pegida-Bewegung organisierte er einen Fackelmarsch gegen eine Asylbewerberunterkunft. Im Stadtrat und im Kreistag von Aue-Bad Schlema sitzt er bereits.

In seiner Reaktion auf die Niederlage gratulierte Hartung seinem Kontrahenten. „Natürlich habe ich Marcus Hoffmann zur Wahl gratuliert und hoffe auch darauf, dass er im Sinne unserer Stadt ein glückliches Händchen unter Beweis stellen wird und wir auch im Stadtrat gut miteinander zusammenarbeiten können“, erklärte er. Gleichzeitig äußerte er die Überzeugung, dass viele Wählerinnen und Wähler vor allem gegen ihn und nicht für Hoffmann gestimmt hätten. „Weil er letztlich ja dafür gewählt wurde, von vielen, um mich zu verhindern. Also, er ist nicht für sich und sein Programm gewählt worden von vielen, sondern man hat ihn auch zur Not heraus gewählt.“ Mit 47,3 Prozent sieht er sein Ergebnis dennoch als Anerkennung: „Ich bin natürlich insofern traurig, dass die Wahl nicht komplett gewonnen ist, aber ich bin trotzdem sehr glücklich über dieses Wahlergebnis.“