Die Bürger Maltas wählen am Samstag ein neues Parlament, nachdem Premierminister Robert Abela die Abstimmung überraschend um ein Jahr vorgezogen hatte.

Abela begründete die vorgezogene Neuwahl mit den aktuellen geopolitischen Spannungen und der Notwendigkeit eines neuen Mandats für seine Regierung. Die Labour-Partei (PL) regiert den kleinsten EU-Mitgliedstaat seit 2013 mit komfortabler Mehrheit.

Streit um verschobene Finanzdaten

Der Wahlkampf dauerte nur vier Wochen. In dieser Zeit entbrannte ein heftiger Streit über die Verschiebung wichtiger Wirtschaftsdaten: Das nationale Statistikamt kündigte am vergangenen Mittwoch an, die Veröffentlichung neuer Zahlen zu den öffentlichen Finanzen und zur Arbeitslosigkeit bis nach der Wahl zu verschieben.

Oppositionsführer Alex Borg von der Nationalistischen Partei (PN) warf Abela daraufhin in einer Fernsehdebatte vor, die Wähler bewusst zu täuschen. Borg behauptete, die Staatsverschuldung steuere auf einen Rekord von fast zwölf Milliarden Euro zu.