Die regierende Labour-Partei unter Premierminister Robert Abela hat die vorgezogene Parlamentswahl am Samstag in Malta gewonnen und strebt eine historische vierte Amtszeit in Folge an.
Bereits am Sonntagmorgen erklärte sich der 48-jährige Abela zum Sieger, nachdem erste Hochrechnungen einen klaren Vorsprung seiner Partei zeigten. Im Auszählungszentrum in Naxxar brachen unter den in Rot gekleideten Anhängern Jubel und Feuerwerke aus.
Jubel in Naxxar und eine historische Ankündigung
„Wir haben Geschichte geschrieben, indem wir zum vierten Mal in Folge gewonnen haben“, sagte Abela in einer Fernsehansprache. Er sprach von einem „starken Mandat“ und rief dazu auf, den Geist der nationalen Einheit zu bewahren.
Der Vorsitzende der oppositionellen Nationalistischen Partei, Alex Borg, räumte die Niederlage ein. In einer Videobotschaft sagte der 30-jährige Rechtsanwalt: „Das Volk hat gesprochen, und wir müssen seinen Willen respektieren.“ Er habe Abela angerufen, um ihm zu gratulieren.
Charles Bonello, Generalsekretär der Nationalistischen Partei, erklärte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen TVM, seine Partei habe es geschafft, den Vorsprung der Labour-Partei deutlich zu verringern. Das endgültige amtliche Endergebnis stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus.
Vorgezogene Wahl als Stabilitätssignal
Die Wahlbeteiligung lag bei über 87 Prozent und damit leicht höher als bei der vorherigen Parlamentswahl vor vier Jahren. Mehr als 300.000 Menschen waren in dem kleinsten und am dichtesten besiedelten EU-Mitgliedstaat wahlberechtigt.
Abela hatte die Wahl Ende April überraschend um ein Jahr vorgezogen. Er begründete diesen Schritt mit der Notwendigkeit eines neuen Mandats, um den von Importen abhängigen Inselstaat durch geopolitische Krisen und eine drohende Energiekrise zu führen.