Der Leichnam des in Den Haag wegen Völkermords verurteilten früheren bosnisch-serbischen Armeechefs Ratko Mladić ist am Donnerstag in Belgrad eingetroffen, während die Staatsanwaltschaft Bosnien und Herzegowinas ein Verfahren gegen den SNSD-Chef Milorad Dodik wegen dessen Äußerungen zu Mladićs Taten eröffnete.
Am Donnerstag landete die Maschine mit dem Sarg des 2017 vom UN-Tribunal in Den Haag verurteilten Generals in Belgrad. Mladić war unter anderem wegen des Massakers von Srebrenica und der Belagerung Sarajevos zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er war im Mai 2023 an einer Blutkrebs-Erkrankung verstorben, eine ursprünglich geplante Überführung in seine Heimat war monatelang an politischen und rechtlichen Hürden gescheitert.
Die Überführung nach Serbien wurde von Überlebenden des Völkermords von Srebrenica scharf verurteilt. Hilfsorganisationen und Verbände der Opfer sprachen von einer Provokation und einer Relativierung der Taten, für die Mladić rechtskräftig verurteilt worden war. Die serbische Regierung äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu den Einzelheiten der Trauerfeier.
