Das Landgericht Würzburg hat am Donnerstag eine 30-jährige Prostituierte wegen Betrugs und Erpressung unter anderem eines pensionierten katholischen Priesters zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Die Verurteilung erfolgte nach einem Deal der Prozessbeteiligten. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor auf eine Gesamtstrafe von dreieinhalb Jahren Haft plädiert, die Verteidigung auf zweieinhalb Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach den Feststellungen der Anklage hatte die Frau den pensionierten Priester 2016 in einem Würzburger Saunaclub kennengelernt. 2022 wurde der Mann ihr Kunde. Im Jänner 2023 erzählte die Frau dem zur sexuellen Enthaltsamkeit verpflichteten katholischen Geistlichen von einer angeblichen Leukämie.

Vorgeschichte der Tat

In den Folgemonaten soll sie ihm mehrfach Geld für erfundene Behandlungskosten abgeschwatzt haben. Bis 2025 soll der Priester im Ruhestand, der mittlerweile nicht mehr im Bistum Würzburg lebt, der Frau mindestens 255.000 Euro gezahlt haben, teils für medizinische Behandlungen, teils als Schweigegeld.