Kinostart "Spider-Man: Brand New Day": Tom Holland als einsamer Held in New York
Wien, 29 Juli 2026
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Kurzfassung
Mit "Spider-Man: Brand New Day" startet das vierte MCU-Abenteuer von Tom Holland. Regisseur Destin Daniel Cretton inszeniert den Netzschwinger als einsamen Einzelkämpfer mit Gefühlen – und das mit fast zweieinhalb Stunden deutlich zu lang.
Wien, 29 Juli 2026
Mit "Spider-Man: Brand New Day" startet am Mittwoch das vierte Solo-Abenteuer von Tom Holland in den österreichischen Kinos, in dem Peter Parker nach dem Verlust seines Gedächtnisses bei allen Mitmenschen als einsamer Held durch New York zieht.
Die Ausgangslage ist ebenso radikal wie melancholisch: Im bisher letzten Film "Spider-Man: No Way Home" hatte Bösewicht Mysterio die Identität von Spider-Man gelüftet. In der Konsequenz entschied sich Peter Parker, so heißt es im Hintergrund des neuen Films, dafür, dass die Menschen ihn vergessen – ein Schritt, der ihn radikal vereinsamt. "Er wollte das nach seiner Enttarnung so und hat die Erinnerung an ihn bei den Menschen und vor allem seinen Liebsten so wie einst in der Filmreihe Men in Black einfach 'geblitzdingst'." Holland formuliert das im Vorfeld so: "Während Spider-Man aufblüht, erlebt Peter Parker die dunkelste Zeit seines Lebens", sagte Holland vorab auf einer Pressekonferenz zum Film.
Eine radikale Ausgangslage
Die Regie übernahm nach drei Filmen von Jon Watts, die 2021 im Multiversum-Spektakel von "Spider-Man: No Way Home" mit den beiden Ex-Spinnenmännern Tobey Maguire und Andrew Garfield gipfelten, nun Destin Daniel Cretton, der zuletzt mit "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" aufgefallen war. Mit dem Oscar-Wilde-Zitat "Man sollte immer verliebt sein. Das ist der Grund, warum man niemals heiraten sollte" eröffnet Regisseurin Olivia Wilde ihre Vier-Personen-Komödie, die parallel in die Kinos kommt – der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich die aktuellen Hollywood-Produktionen ihre Themen inszenieren. Cretton setzt auf eine bewusste Rückbesinnung: "In unseren ersten drei Spider-Man-Filmen im MCU stand vor allem im Mittelpunkt, dass Peter Teil eines größeren gemeinsamen Universums ist", sagte Kevin Feige, Präsident der Marvel Studios. "Was 'Brand New Day' so besonders macht, ist, dass sich diesmal alles auf Peter und New York konzentriert."
Tatsächlich werden die New-York-Kulissen, die zum Teil in den britischen Pinewood-Studios nachgebaut wurden, voll ausgekostet. "In den ersten Filmen haben wir sogar bewusst darauf verzichtet, ihn durch die Häuserschluchten New Yorks schwingen zu lassen, weil man das schon oft gesehen hatte", so Feige. Dazu gehören spektakuläre Actionszenen: "Passanten, Cops, sogar ehemalige Avengers werden zu willenlosen Werkzeugen beim Versuch, in hochgesicherte Regierungseinrichtungen einzubrechen und ein geheimnisvolles 'V-Max' zu erbeuten." Das gehört aber im Rahmen der Pflichten eines Superhelden, der ansonsten auch gern mit den Avengers im mittlerweile auf gut 40 Filme aufgeblähten Marvel-Multiversum herumhirscht und nicht nur unsere Welt, sondern auch einfach ALLES rettet, eher zu den gewöhnlichen Alltagsverrichtungen.
Rückbesinnung auf New York
Im Spider-Man reicht es beim 30-jährigen Holland und der 29-jährigen Zendaya als ewige Teenies nicht einmal für ein wenig Fummeln. Ned der Computernerd (Jacob Batalon) und die heuer so gut wie jeden Blockbuster von der Odyssee über Spider-Man bis zu Dune 3 nicht gerade mit überambitioniertem Spiel veredelnde Zendaya als MJ treten wieder in sein Leben. "Die Szenen zwischen Holland und Zendaya, die im echten Leben mittlerweile verheiratet sind, gehören zu den stärksten des Films – nicht zuletzt wegen ihrer spürbaren Chemie", heißt es in der Kritik. Holland selbst sagt dazu: "Ich glaube, das betrifft nicht nur unsere beiden Rollen. Das ist bei allen Beteiligten bei diesen Filmen so", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in London.
Daneben sorgte vor allem die Verpflichtung von "Stranger Things"-Star Sadie Sink für Spekulationen. "Ich hatte lange Zeit gar kein Drehbuch", berichtete Sink. Vorab sorgte vor allem die Verpflichtung von "Stranger Things"-Star Sadie Sink für Spekulationen, welchen Part die Schauspielerin übernehmen würde. "Was ursprünglich im Drehbuch stand, unterscheidet sich deutlich von dem, was letztlich im Film zu sehen ist." So habe seine langjährige Freundschaft mit Jon Bernthal die Szenen zwischen Spider-Man und Punisher geprägt. Bernthal, der kurioserweise parallel mit Tom Holland und Zendaya in "Die Odyssee" im Kino zu sehen ist, ist der unterhaltsame Gegenpol zum nachdenklichen Spider-Man, wobei der Punisher bekanntlich selbst ein tragischer Held ist.
Sadie Sink und Jon Bernthal als neue Kräfte
Deren Sänger Tunde Adebimpe gab übrigens 2017 in Spider-Man: Homecoming Mr. – ein musikalisches Wiedersehen am Rande. Eigentlich sieht er sich als menschenfreundlichen Erfinder, doch als "Polacke" ohne Pass habe er keine Chance. Der verschachtelte Plot von "Bitteres Fest" dreht sich um diese moralische Frage, doch zurück zum Netzschwinger: In "Spider-Man: Brand New Day", ab Mittwoch in den österreichischen Kinos zu sehen, kämpft er aber nicht nur mit seiner eigenen Einsamkeit, sondern auch mit einem unsichtbaren Gegner.
Die Einsamkeit des Peter Parker steht im Zentrum. "Fünf Jahre sind seit 'Spider-Man: No Way Home' vergangen, im Film ist der Zeitraum allerdings deutlich kürzer. Doch genau diesen Rat ignoriert er bewusst." Tag und Nacht jagt Spider-Man Kriminelle und vernachlässigt dabei seine Gesundheit. Um wen oder was es da geht, muss uns nicht näher interessieren, der Film läuft erst seit 30 Minuten. "Was ich an dem Film am meisten liebe, ist, dass er letztlich eine Mahnung vor den Gefahren eines einsamen Lebens ist, eines Lebens ohne Gemeinschaft und ohne Freunde."
Viele Bälle, nicht alle aufgefangen
Drehbuchautoren Chris McKenna und Erik Sommers, die bereits das Skript zu "No Way Home" verfassten, müssen diesmal viele Handlungsstränge bändigen: "Es sind eine Menge Bälle, die Chris McKenna und Erik Sommers, die Drehbuchautoren von 'No Way Home', bei 'Spider-Man: Brand New Day' in die Luft werfen." Und nicht jeder der spinnennetzartigen Erzählfäden wird von Regisseur Destin Daniel Cretton vollständig aufgedröselt. Ohne jetzt groß zu spoilern: Das wird in weiterer Folge des von Regisseur Destin Daniel Cretton auf satte 145 Minuten angelegten Dramas zu diversen innenarchitektonischen Radikalumbauten, Hauseinstürzen sowie Bodenentsiegelungen im New Yorker Straßenbild führen.
Doch nicht jeder Ball landet sauber im Netz: "'Spider-Man: Brand New Day' hat viele starke Momente, ist mit fast zweieinhalb Stunden aber eindeutig zu lang geraten." Diese Einschätzung teilt die Mehrzahl der Kritiken. Auch interessant: Ergreifende Momente und einige Längen – Nach über 30 Marvel-Filmen wird es für die Macher schwieriger, noch neue Akzente zu setzen und mit Spektakel zu beeindrucken. Dennoch sieht man auch beim seit seiner Geburt 1962 immergrünen Bubi bedenkenswerte Verschleißerscheinungen wegen Überarbeitung.
Der Tonfall des Films bleibt dabei überraschend uneitel: "Aber wie sich der nach dem immensen Erfolg von 'No Way Home' (der fast zwei Milliarden Dollar einspielte, weit mehr als jeder andere Superheldenfilm nach 'Avengers: Endgame') entstandene Druck in einer federleichten, rasanten, dabei gleichermaßen humorvollen und von tiefer Melancholie durchzogenen Inszenierung auflöst, ist bewundernswert." "'Spider-Man: Brand New Day' hat zwar durchaus unterhaltsame Action-Szenen, tatsächlich ist der Film jedoch in seinen emotionalen Momenten am besten – und sogar richtig rührend."
Parallelstarts in der Kinowoche
Kinostarts der Woche: Wie man eine Dinnerparty gekonnt eskalieren lässt – Penélope Cruz, Olivia Wilde, Zendaya und Tom Holland. "The Invite" und "Spider-Man: Brand New Day" machen die Kinowoche zum hochkarätigen Klassentreffen von Hollywood-Stars. So oder so ähnlich geht die Prämisse von Olivia Wildes Vier-Personen-Drama "The Invite", das die Regisseurin aufs köstlichste eskalieren lässt. Bei Almodóvar sind die Farben immer ein Fest für die Sinne, auch in "Bitteres Fest" tanzen und explodieren sie förmlich.
In der Eingangssequenz von "The Invite" etwa sagt eine Figur: "Das ist der Grund, warum man niemals heiraten sollte" – und eröffnet damit die Vier-Personen-Komödie. Ja, das klingt konstruiert, und anfangs schlingert der Film auch etwas in "Kokowääh"-Manier dahin. So oder so ähnlich geht die Prämisse von Olivia Wildes Vier-Personen-Drama "The Invite", das die Regisseurin aufs köstlichste eskalieren lässt. Schwarzeneggers grabeskalte Performance als unaufhaltsamer Maschinenmensch und die schnörkellose Inszenierung von Regisseur und Drehbuchautor James Cameron am Anfang seiner märchenhaften Kinokarriere machten den vergleichsweise bescheiden budgetierten Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1984 zum Klassiker.
Ganze drei Silben hat einer der berühmtesten Filmsätze der Kinogeschichte: "I'll be back", schnarrt der Terminator mit dem unnachahmlichen steirischen Akzent seines Darstellers Arnold Schwarzenegger, als er eine Polizeistation verlässt, in der seine Zielperson in Haft sitzt. Sein Auftrag: Sarah Connor (Linda Hamilton) zu töten, jene Frau, die einen Sohn gebären wird, der im Jahr 2029 den Widerstand der Menschen gegen die Tyranzne intelligenter Maschinen anführt.
Fazit: Ein mutiger, aber überlanger Schritt
Insgesamt zeigt sich: "In 'Spider-Man: Brand New Day' steht der persönliche Konflikt von Peter Parker im Mittelpunkt." Nach drei Filmen, in denen das Multiversum und immer neue Crossover die Handlung bestimmten, wagt Marvel damit einen Schritt zurück zu seinen Wurzeln – mit gemischten Resultaten, aber glaubwürdigem Emotionseinsatz.
Der Film ist ab Mittwoch in den österreichischen Kinos zu sehen. Für Fans der Reihe bleibt festzuhalten: "Was 'Brand New Day' so besonders macht, ist, dass sich diesmal alles auf Peter und New York konzentriert." Eine Rückkehr zur Figur, die mit Risiken verbunden, aber dramaturgisch mutig ist.
Fragen & Antworten
Worum geht es in "Spider-Man: Brand New Day"?
Peter Parker hat nach seiner Enttarnung durch Mysterio dafür gesorgt, dass alle Menschen ihn vergessen. Nun kämpft er als einsamer Held in New York gegen Kriminelle und einen unsichtbaren Gegner, während er mit seiner Isolation ringt.
Wer führt bei dem neuen Spider-Man-Film Regie?
Destin Daniel Cretton übernahm die Regie von Jon Watts, nachdem dieser drei Filme der Reihe inszeniert hatte, darunter "Spider-Man: No Way Home". Das Drehbuch stammt erneut von Chris McKenna und Erik Sommers.
Welche neuen Figuren treten in "Brand New Day" auf?
Jon Bernthal kehrt als Punisher zurück und bildet einen Kontrast zum nachdenklichen Spider-Man. Außerdem ist Sadie Sink aus "Stranger Things" in einer neuen Rolle zu sehen, deren Part im Vorfeld für Spekulationen sorgte.
Spider-Man Brand New Day: Kinostart, Handlung, Kritik | finanz360