Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hat Festwochen-Intendant Milo Rau öffentlich kritisiert und betont, dass bei den Wiener Festwochen die Kunst und nicht der Intendant im Mittelpunkt stehen müsse.

„Ich werde die Zerstörung nicht zulassen“, wird Kaup-Hasler in einem Bericht zitiert. Sie äußerte den Eindruck, die Kontrolle über den Intendanten verloren zu haben: Milo Rau mache im dritten Jahr seiner Intendanz, was er wolle.

Konkret entzündet sich der Streit an einer nicht abgesegneten Programmerweiterung. Rau lud den Tech-Milliardär und polarisierenden politischen Denker Peter Thiel zu einer Diskussionsveranstaltung ein, ohne dies mit der Stadt abzustimmen.

Finanzielle Unsicherheit als Hintergrund

Die Auseinandersetzung fällt in eine Zeit finanzieller Unsicherheit. Die mittelfristige Planung von Finanzstadträtin Barbara Novak sieht für das Jahr 2027 eine Kürzung des Budgets der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft um 45,7 Millionen Euro vor – eine Reduzierung um 13 Prozent auf 308 Millionen Euro.