Die israelische Armee hat ihren Bodeneinsatz gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon in dieser Woche auf zusätzliche Gebiete ausgeweitet und dabei den Litani-Fluss überquert.

Operation über den Litani-Fluss hinaus

Wie die Armee am Samstag mitteilte, begann die Operation „vor einigen Tagen“ im Bereich des Beaufort-Rückens und des Wadi al-Saluki im Südlibanon. Ziel sei es, „direkte Bedrohungen“ für Orte im Norden Israels und die Stadt Metula zu beseitigen sowie die operative Kontrolle im Südlibanon zu stärken.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erklärte am Freitag, israelische Kräfte hätten den Litani-Fluss überquert, der rund 30 Kilometer nördlich der gemeinsamen Grenze verläuft. Die Armee rief die Bewohner von sieben Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung auf.

Armeesprecher Avichay Adraee begründete die Maßnahmen mit einem „Bruch der Waffenstillstandsvereinbarung durch die Terrororganisation Hisbollah“. Die Armee werde „entschlossene Maßnahmen“ ergreifen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Die Hisbollah erklärte ihrerseits, sie habe die nordisraelische Stadt Kirjat Schmona mit Raketen angegriffen. Sie bezeichnete dies als „Verteidigung des Libanons und seines Volkes“. Die Organisation, deren erklärtes Ziel die Zerstörung Israels ist, lehnt die direkten Gespräche zwischen Libanon und Israel sowie das von den USA vermittelte Waffenstillstandsabkommen ab.

Der libanesische Premierminister Nawaf Salam warf Israel in einer Fernsehansprache am Samstag eine gefährliche und beispiellose Eskalation vor. Er sagte, die israelische Armee zerstöre Städte und Dörfer und zwinge Menschen zur Flucht. Wörtlich sagte er: „Diese Strategie wird Israel weder Sicherheit noch Stabilität bringen.“

Waffenruhe ohne Bestand