Israelische Soldaten haben am Wochenende die mittelalterliche Festung Beaufort im Südlibanon erobert und dort erstmals seit 26 Jahren wieder die israelische Flagge gehisst.
Die Einnahme der Burg Beaufort, die auf über 600 Metern Höhe nördlich des Litani-Flusses liegt, markiert den tiefsten Vorstoß der israelischen Bodenoffensive seit der Wiederaufnahme der Kämpfe mit der pro-iranischen Hisbollah im März.
Israel Katz erklärte, die Soldaten seien „auf den Gipfel von Beaufort zurückgekehrt und haben dort erneut die israelische Flagge gehisst“. Katz kündigte zudem an, die Truppen würden als Teil einer Sicherheitszone dauerhaft in der Festung bleiben.
Benjamin Netanjahu bezeichnete die Eroberung in einer Videobotschaft als „dramatischen Kurswechsel“ in der israelischen Sicherheitspolitik. „Wir haben die Barriere der Angst durchbrochen“, sagte Netanjahu und fügte hinzu: „Wir sind vereint, entschlossen und stärker denn je zurückgekehrt.“
Historische Festung mit strategischem Wert
Die Festung Beaufort wurde um 1137 vom damaligen König von Jerusalem erbaut und steht auf der UNESCO-Liste des besonders schützenswerten Kulturerbes. Israelische Truppen hatten die Burg bereits 1982 während des ersten Libanonkriegs nach schweren Kämpfen eingenommen und sie anschließend rund 20 Jahre lang als Militärbasis genutzt.
Im Jahr 2000 zog sich Israel vollständig aus dem Libanon zurück. Seitdem war die israelische Flagge nicht mehr auf der Festung zu sehen – bis zum vergangenen Wochenende.
