Die iranische Fußballnationalmannschaft hat am Montag in Inglewood bei Los Angeles im ersten Gruppenspiel der WM 2026 ein 2:2 (1:1) gegen Neuseeland erreicht und dabei zweimal einen Rückstand wettgemacht.
Im iranischen WM-Auftakt hat sich die Mannschaft gegen Neuseeland ein 2:2 erkämpft, nachdem sie zweimal einen Rückstand wettgemacht hatte. Kapitän Mehdi Taremi beklagte im Anschluss fehlende Betreuer und eine mangelhafte Organisation rund um das Turnier.
Die iranische Fußballnationalmannschaft hat am Montag in Inglewood bei Los Angeles im ersten Gruppenspiel der WM 2026 ein 2:2 (1:1) gegen Neuseeland erreicht und dabei zweimal einen Rückstand wettgemacht.
Vor 70.108 Zuschauern im SoFi-Stadion entwickelte sich für die iranische Auswahl ein schwieriger Start in die Endrunde, die in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Schon nach sieben Minuten brachte Elijah Just die "Kiwis" in Führung, nachdem Kapitän und Rekordtorschütze Chris Wood von Nottingham Forest den Ball durchgesteckt hatte. Die Iraner zeigten sich zunächst offensiv, kamen durch Mehdi Taremi aber nur zu einem Lattentreffer aus der eigenen Hälfte (23.).
Ramin Rezaeian glich nach einer selbst eingeleiteten Offensivaktion in der 32. Minute zum 1:1 aus. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Just, der in der Saison 2024/25 für einen deutschen Zweitligisten spielte, mit seinem zweiten Tor erneut auf 1:2 (54.). Mohammad Mohebbi traf nur zehn Minuten später per Kopf nach einer Flanke von Rezaeian, der Ball sprang von der Innenstange ins Tor (64.).
In der Schlussphase vergab Saman Ghoddos die Möglichkeit zum Siegtor, als sein Heber aus großer Distanz das leere Tor verfehlte (28. Minute zweite Halbzeit). Am Ende stand für den Iran ein Punkt, mit dem die Mannschaft vorerst hinter Belgien und Ägypten liegt, die sich am ersten Spieltag der Gruppe G 1:1 trennten.
Mannschaftskapitän Mehdi Taremi übte nach der Partie deutliche Kritik an den Bedingungen rund um das Turnier und sprach von einem "Desaster". "Wir haben unser Medienteam nicht, wir haben unseren Verbandspräsidenten nicht, auch Teile vom Staff, die so wichtig sind für uns", klagte der 33-Jährige.
Taremi bemängelte zudem die Reiseplanung. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, erst nach dem Spiel in Richtung des mexikanischen Tijuana aufzubrechen. "Bei einer WM muss man sich gut auf das nächste Spiel vorbereiten können", sagte der Stürmer von Olympiakos Piräus. "Die FIFA könnte uns mehr helfen."
Der Angreifer kritisierte dabei indirekt auch den Fußball-Weltverband. "Das ist nicht für uns und den Fußball", erklärte Taremi verärgert. Er machte deutlich, dass die Probleme weit über die Reiseorganisation hinausgingen: "Aber es geht auch um andere Dinge."
Nach Angaben Taremis habe FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem Spiel sogar persönlich die Kabine der iranischen Mannschaft besucht. "Natürlich will er uns helfen", so Taremi. Ob die Gespräche zu konkreten Verbesserungen führen, blieb zunächst offen.
Bereits vor dem Anpfiff hatte es in Inglewood Proteste gegeben. Nach Angaben der Veranstalter versammelten sich 300 bis 500 Menschen, um gegen die Teilnahme Irans zu demonstrieren. Auf einem Schild war zu lesen: "Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen im Iran". Die Polizei sprach von einer friedlichen Stimmung.
Der iranische Verband hatte sein WM-Quartier aus Sicherheits- und Organisationsgründen nicht in den Vereinigten Staaten, sondern im mexikanischen Tijuana bezogen, das nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Die Trennung von Team und Teilen des Betreuerstabs wurde von Taremi explizit angesprochen.
Sportlich werteten iranische Beobachter das Resultat als beachtlich, da die Mannschaft nach zweimaligem Rückstand zurückgekommen war. In der Gruppe G trifft der Iran in den kommenden Tagen auf weitere Gegner, während Neuseeland weiter auf seinen ersten WM-Sieg bei einer Endrunde wartet.
In der Gruppe H startete Uruguay mit einem enttäuschenden 1:1 gegen Saudi-Arabien, nachdem bereits Spanien gestolpert war. Die Kritik an Startrainer Marcelo Bielsa (70) dürfte angesichts der schwachen ersten Halbzeit gegen Saudi-Arabien zunehmen.
Abdulelah Al-Amri (41.) hatte Saudi-Arabien in Führung gebracht und Hoffnungen auf einen zweiten Coup nach dem Sensations-Sieg bei der WM 2022 gegen den späteren Weltmeister Argentinien geweckt. Der zweimalige Weltmeister Uruguay musste sich in seinem Auftaktspiel in Miami mit einem 1:1 (0:1) zufriedengeben.
Im deutschen Lager sorgte unterdessen eine TV-Geste von Kommentator Evans für Aufsehen, die im Zusammenhang mit dem Spiel gegen Curaçao (7:1) stand. Evans wies den Verdacht zurück, mit der Geste bewusst eine Botschaft gesendet zu haben. "Ich möchte klarstellen, dass ich weder absichtlich eine Handgeste noch ein Symbol verwendet habe, um irgendeine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung zu vermitteln", wurde er in einer FIFA-Mitteilung zitiert.
Zum afrikanischen Fußball sagte der Nationalcoach Thiaw, "Afrikas Fußball hat sich stark gewandelt". Auch beim Afrika Cup im vergangenen Winter habe man sehen können, "dass das Niveau sehr hoch ist". Beim Halbfinal-Einzug der Marokkaner bei der WM 2022 in Katar sei dies bereits sichtbar geworden.
Ein weiterer Trainer äußerte sich vor dem Duell seiner Mannschaft gegen Frankreich: "Für Sie mag es eine Überraschung sein, für mich nicht", sagte der 45-Jährige mit Blick auf die Resultate der Auftaktspiele.
Für den Iran steht als nächstes die Partie in Tijuana an, wo die Mannschaft ihr Quartier aufgeschlagen hat. Ob die von Taremi angesprochenen Personalfragen bis dahin gelöst werden, war am späten Montagabend noch unklar. Die FIFA äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.