In Hongkong sind führende Organisatoren der jahrzehntelang abgehaltenen Tiananmen-Mahnwachen von einem Gericht schuldig gesprochen worden, darunter die bekannte Aktivistin Chow Hang-tung und der frühere Vorsitzende Albert Ho.
Hintergrund der Mahnwachen
Die Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China organisierte über viele Jahre hinweg am 4. Juni eine Kerzen-Mahnwache, um der Opfer der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking im Jahr 1989 zu gedenken. Nachdem die Behörden in Hongkong die jährlichen Versammlungen ab 2020 faktisch unterbunden hatten, gerieten mehrere führende Köpfe des Bündnisses ins Visier der Justiz. Mit dem nun ergangenen Urteil endet ein Verfahren, das international als politisch motivierter Akt gegen die Erinnerungskultur in der Sonderverwaltungsregion gewertet wird.
Die Hongkonger Richterin entschied am Freitag, dass die Beschuldigten gegen Sicherheitsgesetze der Sonderverwaltungsregion verstoßen hätten. Chow Hang-tung galt zuletzt als eine der prominentesten Stimmen, die an dem Gedenken festhielt, nachdem die Allianz selbst aufgelöst worden war. Auch Albert Ho, der frühere Vorsitzende der Allianz, wurde nach Angaben von Prozessbeobachtern verurteilt. Einzelne Anklagepunkte sowie das konkrete Strafmaß waren zunächst nicht in vollem Umfang öffentlich.
