Washington/Beijing, 04 Juni 2026

US-Außenminister Marco Rubio hat anlässlich des Jahrestags des Tiananmen-Massakers vom 4. Juni 1989 die chinesische Regierung scharf kritisiert und erklärt, dass keine Zensur die Vergangenheit auslöschen könne.

Die chinesische Volksrepublik hat den Jahrestag des Tiananmen-Massakers auch 37 Jahre nach der gewaltsamen Niederschlagung der Demokratiebewegung mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und Zensurmaßnahmen begleitet. Das Außenministerium in Peking reagierte am Donnerstag mit scharfer Kritik auf Äußerungen von US-Außenminister Marco Rubio, der das Gedenken an die Opfer eingefordert hatte. In einer Erklärung warf eine Sprecherin des Außenministeriums den USA vor, mit „falschen Äußerungen“ historische Tatsachen zu verzerren und Chinas politisches System zu diffamieren.

Rubio hatte zum Jahrestag erklärt: „Kein Ausmaß an Zensur kann die Vergangenheit auslöschen.“ Zugleich betonte er: „Jenen, die Opfer brachten, um ihre unveräußerlichen Rechte auf freie Meinungsäußerung und friedliche Versammlung zu wahren, wird eines Tages Recht geschehen.“ Mit den Worten verwies der US-Außenminister auf das Schicksal der Studierenden, die im Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking demokratische Reformen eingefordert hatten und von der Armee gewaltsam auseinandergetrieben worden waren.