Während einer mehrtägigen Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad ist die Zahl der Todesfälle unter über 75-Jährigen in Frankreich binnen einer Woche um 85 Prozent auf 513 gestiegen, während die Zahl der Badetoten seit Beginn der Hitzephase auf 90 anwuchs.
Frankreich erlebt nach elf Tagen außergewöhnlicher Hitze mit Temperaturen über 40 Grad in weiten Teilen des Landes die schlimmste Bilanz seit Jahren. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden am vergangenen Wochenende rund 1.000 zusätzliche Todesfälle registriert, wobei die Zahl weiter steigen dürfte. Am Sonntag fielen die Temperaturen zwar wieder, doch der nationale Wetterdienst rechnet vom kommenden Wochenende an mit einer dritten Hitzewelle.
Die Gruppe der über 75-Jährigen traf es besonders hart. In der Vorwoche waren in dieser Altersgruppe 278 Menschen gestorben, nun sind es 513 – ein Anstieg um 85 Prozent. Nicolas Revel, Chef der Pariser Krankenhausgesellschaft (AP-HP), erwartet, dass die Gesamtzahl hitzebedingter Todesfälle den Vorjahreswert von 5.700 übersteigen wird. Damals wurden 5700 Hitzetote registriert. Auch die Hilfsorganisation SOS Médecins verzeichnete einen dramatischen Anstieg: Die Zahl der Notdiensteinsätze wegen Hitzschlags und Dehydrierung stieg nach Angaben der Organisation in der Altersgruppe um 480 beziehungsweise gut 300 Prozent an.
