Im Hamburger Ernst Deutsch Theater verarbeiten der Schauspieler Enrique Fiß und der Regisseur Alexander Klessinger in dem Abend „Timmy – Die Hope stirbt zuletzt“ die Geschichte eines an der Ostseeküste gestrandeten und trotz Rettungsversuchen gestorbenen Buckelwals.

Drei Teile, ein Abend

Der Abend besteht aus drei Teilen: dem performativen Stück „Passion Timmy“, einer Podiumsdiskussion und einem Konzert der Berliner Band Tulpe, die mit dem Lied „Sprengt den Wal“ einen Streaminghit landete. Premiere ist am 11. Juli um 19:30 Uhr am Hamburger Ernst Deutsch Theater.

Im Zentrum steht die Frage, wie aus dem Schicksal eines einzelnen Tieres eine gesellschaftliche Erregung wurde. „Es gibt einen rituellen Moment, den es ja auch um Timmy herum gab. Man hat sehr viel in diesen Wal hineininterpretiert, was er bedeuten könnte für uns als Gesellschaft, für uns als Menschheit. Diesen Moment ziehen wir größer, indem wir ihn wirklich religiös aufladen“, erläutert Fiß das Konzept der Produktion.

Der Wal strandete mehrfach an der Ostseeküste und wurde zeitweise Timmy genannt. Über Livestreams verfolgten zahlreiche Menschen täglich sein Schicksal, die Rettungsversuche schlugen jedoch fehl. Der Tod des Tieres löste anschließend Debatten über den richtigen Umgang mit dem Tier aus – und über die gesellschaftlichen Deutungen, die sich an seinem Sterben festmachten.