Den Haag, 03 Juli 2026

Europol koordiniert Ermittlungen in neun Ländern gegen Online-Netzwerke, die Vergewaltigungen filmen und verbreiten, während Österreich sich an diesen Verfahren bislang nicht beteiligt.

Europol koordiniert länderübergreifende Ermittlungen

Die europäische Polizeibehörde Europol spürt nach eigenen Angaben gezielt Online-Netzwerke auf, in denen Vergewaltigungen gefilmt und über das Internet geteilt werden. Wie aus Berichten hervorgeht, laufen entsprechende Ermittlungen derzeit in neun europäischen Ländern. Österreich ist nach den vorliegenden Informationen an den laufenden Verfahren nicht beteiligt, was die Debatte über die Bekämpfung sexualisierter Gewalt in Europa weiter anheizt.

Im Zentrum der Diskussion steht der Prozess gegen den Französin Gisèle Pelicot, der weltweit Aufmerksamkeit erregte. Pelicot wurde Opfer eines Systems, in dem ihr damaliger Ehemann und mehrere weitere Männer sie über Jahre hinweg vergewaltigten und die Taten dokumentierten. Das Verfahren gilt als Lackmustest für die justizielle Aufarbeitung solcher Strukturen. Europol verweist auf den Pelicot-Komplex als Beleg dafür, dass international vernetzte Tätergruppen operieren.