Ein öffentliches Freibad im südtiroler Salurn bietet ab kommender Woche montags von 18.30 bis 19.30 Uhr eine eigene Schwimmstunde für muslimische Frauen aus der Umgebung an, während der das Tragen eines Burkinis ausdrücklich erlaubt ist.
Das Lido in der Gemeinde Salurn stellt die zusätzliche Stunde nach dem regulären Badebetrieb zur Verfügung. Wie die Tageszeitung „Alto Adige" berichtete, steht das Lido ab kommender Woche montags von 18.30 bis 19.30 Uhr – nach dem regulären Badebetrieb – muslimischen Frauen aus der Umgebung zur Verfügung. Vergleichbare Nutzungsoptionen außerhalb der regulären Öffnungszeiten werden laut den vorliegenden Informationen auch anderen Vereinen angeboten.
Angebot und Hintergrund
Der Betreiber Luca Lechthaler bezeichnete die Sonderöffnung als Beitrag zu mehr Teilhabe und als Teil des Auftrags eines öffentlichen Schwimmbadbetreibers. Ziel sei es, möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zum Schwimmbad zu ermöglichen – auch jenen, die das Bad während der regulären Öffnungszeiten nicht nutzen könnten. Während dieser Stunde ist das Tragen eines Burkinis ausdrücklich erlaubt.
Die stellvertretende Parteichefin der rechten Regierungspartei Lega, Silvia Sardone, bezeichnete die Initiative als „absurd". Sie fördere keine Integration, sondern Segregation. Sardone argumentierte, dass die Trennung von Männern und Frauen und die Erlaubnis, während der Schwimmstunde einen Burkini zu tragen, eine Form der Trennung zwischen Geschlechtern und Gemeinschaften verfestige.
