Frankreich steht nach Mbappés Elfmeter im WM-Viertelfinale
Philadelphia, 5. Juli 2026
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Kurzfassung
Frankreich hat das Achtelfinale der WM 2026 in Philadelphia gegen Paraguay mit 1:0 gewonnen und steht damit im Viertelfinale. Kylian Mbappé verwandelte in der 70. Minute einen Handelfmeter nach einem Foul an dem eingewechselten Désiré Doué. Am Donnerstag trifft die Équipe Tricolore in Boston auf Marokko.
Frankreich hat das WM-Achtelfinale in Philadelphia gegen Paraguay mit 1:0 gewonnen und ist damit zum vierten Mal in Folge in das Viertelfinale einer Weltmeisterschaft eingezogen.
Vor 68.324 Zuschauern im Philadelphia Stadium dauerte es bis zur 70. Minute, ehe das entscheidende Tor fiel. Kylian Mbappé verwandelte einen von Schiedsrichter Ilgiz Tantashev nach VAR-Studium gegebenen Foulelfmeter und schoss den Ball flach in die rechte Ecke. Paraguays Torhüter Orlando Gill war bereits in die falsche Richtung unterwegs, Mbappé verlud ihn souverän.
„Das goldene Tor fällt nach knapp 70 Minuten durch einen Penalty von Kylian Mbappé“, hieß es im Liveticker. Es war zugleich der siebte Turniertreffer des 27-jährigen Superstars, der damit in der ewigen WM-Torjägerliste zu Lionel Messi aufschloss.
Mbappé schließt zu Messi auf
In der ewigen WM-Torjägerliste rückte er mit nun 19 Toren an den Argentinier (20) heran. Mbappé jagt weiter den Torrekord von Messi. „Das war vielleicht nicht der Fußball, den wir alle sehen wollten. Das war aber ein guter Schritt für uns“, sagte Trainer Didier Deschamps nach dem Spiel.
„Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, machen wir uns die Hände schmutzig“, erklärte Mbappé selbst mit Blick auf den kampfbetonten Charakter der Partie und ergänzte: „Jeder kämpft mit seinen Waffen. Wir haben es auch so gemacht wie sie.“
Ausgangslage: Paraguay als Außenseiter
Die Ausgangslage vor dem Anpfiff war klar: Frankreich galt als klarer Favorit. „Auch heute ist La Albirroja allerdings der krasse Außenseiter“, schrieb die NZZ vor dem Spiel. Die Südamerikaner hatten im Sechzehntelfinale das DFB-Team im Elfmeterschießen eliminiert und damit erstmals seit 2010 wieder ein K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen.
Bei knapp 40 Grad setzten sich Mbappé und Co. wie erwartet von Beginn weg in der Hälfte Paraguays fest. Beide Teams mussten bei Temperaturen von 40 Grad eine Trinkpause einlegen, was FIFPro bei Werten ab 30 Grad empfiehlt. Die Pflicht-Trinkpausen wurden denn auch konsequent umgesetzt; im Stadion wurde mit Klappern, Eisbehältern auf den Parkplätzen und sogar nassen Fahnen gegen die Hitze gekämpft.
Hitzeschlacht in Philadelphia
„Schiedsrichter der Partie ist Ilgiz Tantashev aus Usbekistan“, hieß es im offiziellen Liveticker der NZZ. „Guten Abend und herzlich willkommen aus Philadelphia. Hier stehen sich heute im Achtelfinale der WM 2026 Paraguay und Frankreich gegenüber. Los geht es um 23:00 Uhr.“
Frankreichs Trainer Didier Deschamps nahm im Vergleich zum Sieg gegen Schweden eine Änderung vor: Für den angeschlagenen Aurélien Tchouaméni, der zunächst auf der Bank saß, startete heute Manu Koné. „So dauerte es bis zur 22. Minute, ehe Manu Koné … mit einem Distanzschuss erstmals anklopfte“, schrieb die NZZ: „Da ist der erste Torschuss der Partie: Manu Koné fasst sich im Zentrum ein Herz und zieht aus 22 Metern einfach mal mit links ab.“
Bei Paraguay wechselte Gustavo Alfaro auf drei Positionen: Der angeschlagene Omar Alderete kehrte ebenso in die Startelf zurück wie Diego Gómez, der gegen die Deutschen eine Sperre absitzen musste. Neu war außerdem Gustavo Velázquez mit dabei. Dafür rotierten José Canale, Damián Bobadilla und Gabriel Ávalos auf die Bank.
Anrennen gegen kompaktes Paraguay
Mbappé verpasste eine Maßflanke von Ousmane Dembélé um Haaresbreite (31.). Dem Weltfußballer selbst fehlten bei einem Schlenzer nur Zentimeter auf die Führung (39.). „In der Nachspielzeit ließ Mbappé noch eine aussichtsreiche Doppelchance liegen (97.)“ und auch in der regulären Spielzeit hätte der Kapitän früher treffen müssen.
In der zweiten Hälfte steigerte die Équipe Tricolore den Druck: Rabiot versuchte es aus der Distanz (49.), Dembélés Schuss ging knapp am Pfosten vorbei, Manu Koné zwang Gill mit einem 20-Meter-Schuss zu einer Glanzparade (55.). „Macht Manu Koné wenig später besser. Der Mittelfeldspieler der AS Roma versuchte es in der 54. Minute mit einem Weitschuss und zwang Paraguay-Goalie Orlando Gill damit zu einer ersten richtigen Parade.“
Der Elfmeter als Wendepunkt
Der Führung vorausgegangen war ein Foul von Diego Gómez an Désiré Doué im Strafraum. „Nach einem Vergehen von Paraguay-Verteidiger Diego Gomez im eigenen Strafraum gegen den frisch eingewechselten Désiré Doué wurde Schiedsrichter Ilgiz Tantashev in der 67. Minute an den Bildschirm gebeten“, schrieb die NZZ. „Captain Kylian Mbappé übernahm die Verantwortung und verlud Gill mit einem Flachschuss in die rechte Ecke.“
Paraguay, das zuvor über weite Strecken tief und mit vielen Unterbrechungen verteidigt hatte, brach in der Schlussphase ein. „Doch mit Fortdauer schwanden bei Paraguay sichtlich die Kräfte, zwei verletzungsbedingte Wechsel waren die Folge“, notierte die NZZ. „Paraguay war aber zu keiner echten Reaktion mehr fähig und musste sich nach gut 100 Minuten aus dem Turnier verabschieden.“
Paraguay bricht in der Schlussphase ein
„Mike Maignan im Frankreich-Tor hatte beim Distanzversuch von Joker Mauricio aber keine Probleme. Es war der einzige Torschuss der Paraguayer in der gesamten Partie.“ Im Durchschnitt brachten die Südamerikaner weniger als einen Pass pro Minute an den Mann.
Nächster Gegner: Marokko in Boston
Frankreich traf im Viertelfinale damit auf Marokko, das sich im Achtelfinale gegen Co-Gastgeber Kanada mit 3:0 durchsetzte. „In der Runde der letzten Acht treffen die Franzosen am Donnerstag (22 Uhr) in Boston auf Afrika-Meister Marokko“, hieß es in der Vorschau. Es ist die Neuauflage des Halbfinales von 2022, das die Équipe Tricolore mit 2:0 für sich entscheiden konnte.
„Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur offensiven Fußball spielen können“, sagte Mbappé. „Jede Mannschaft setzt auf ihre eigenen Stärken. Es gibt keinen richtigen oder falschen Stil, entscheidend ist nur, dass man gewinnt.“ Ähnlich äußerte sich Deschamps: „Paraguay hat alle Register gezogen. Vielleicht ist das nicht die Art von Fußball, die die Zuschauer am liebsten sehen, aber wir sind konzentriert geblieben. Gegen südamerikanische Mannschaften ist es immer schwierig. Umso mehr freut es mich, dass meine Spieler ihre Aufgabe erfüllt haben.“
Nach dem Spiel versammelten sich französische und paraguayische Fans gemeinsam in der McGillin's Olde Ale House im Zentrum Philadelphias. „Wir haben es euch so schwer gemacht“, sagte ein paraguayischer Fan zu seinem französischen Begleiter. Ein anderer, Frédéric, erklärte: „Wir fahren zusammen nach Boston zum nächsten Spiel.“ „Jener Nation, die die DFB-Elf am Montag im Elfmeterschießen eliminierte und erstmals seit der WM 2010 wieder ein K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewann“ bleibt damit das Viertelfinale als bestes Resultat seit 16 Jahren verwehrt – nur noch ein Sieg fehlte, um das Ergebnis von 2010 zu egalisieren.
Fragen & Antworten
Wer hat das entscheidende Tor zwischen Frankreich und Paraguay erzielt?
Kylian Mbappé verwandelte in der 70. Minute einen Foulelfmeter und schoss Frankreich damit zum 1:0-Sieg. Es war sein 19. WM-Tor und sein siebter Turniertreffer.
Gegen wen spielt Frankreich im Viertelfinale?
Frankreich trifft am Donnerstag um 22 Uhr in Boston auf Marokko, das sich im Achtelfinale mit 3:0 gegen Kanada durchgesetzt hatte. Es ist eine Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022, das Frankreich 2:0 gewann.
Warum war Paraguay gegen Deutschland noch eine Sensation und gegen Frankreich chancenlos?
Paraguay hatte im Sechzehntelfinale Deutschland im Elfmeterschießen besiegt, galt aber gegen den klar favorisierten WM-Mitfavoriten Frankreich als krasse Außenseiterin. Die Équipe Tricolore setzte sich bei rund 40 Grad in der Hälfte Paraguays fest und kam zu zahlreichen Chancen, von denen Mbappé eine nutzte.
Frankreich schlägt Paraguay 1:0 – Mbappé im Viertelfinale | finanz360