In Frankreich dauern die Streiks an weiterführenden Schulen an, die vor einer Woche im Großraum Paris begannen und sich seither auf weitere Teile des Landes ausgeweitet haben; Lehrkräfte und Schüler protestieren unter anderem gegen Polizeigewalt und ungleiche Lernbedingungen.
Auslöser und Verlauf der Proteste
Die Protestwelle war vergangene Woche im Großraum Paris entstanden und hat sich seitdem auf andere Regionen in Frankreich ausgeweitet. Auslöser waren Berichte über Polizeigewalt gegen Schülerinnen und Schüler sowie die Erfahrung ungleicher Lernbedingungen zwischen Schulen in der Hauptstadt und solchen am Stadtrand. An vielen Schulen fiel der Unterricht aus oder wurde stark eingeschränkt.
Am Lycée Paul Éluard im Norden von Paris schilderte eine Lehrkraft die Lage drastisch. In einem wörtlichen Statement, das von mehreren Medien dokumentiert wurde, sagte sie: „Uns fehlen Tische. Stühle brechen jeden Tag zusammen, es gibt ein riesiges Gefühl der Ungleichheit gegenüber den Schulen im Pariser Stadtzentrum. Aber wir streiken auch, weil es so krasse Polizeigewalt gegen unsere Schüler gegeben hat. Wir sind heute hier, um sie mit unserer Präsenz physisch zu schützen.“ Die Lehrkraft verwies zugleich auf die symbolische Dimension der Proteste, bei denen Lehrkräfte sich physisch zwischen Polizei und Schüler stellten.
