FIFA sperrt Englands Verteidiger Quansah für zwei Spiele – Viertelfinale gegen Norwegen ohne ihn
London, 10. Juli 2026
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Kurzfassung
Der englische Fußball-Verband FA prüft nach der Zwei-Spiele-Sperre gegen Jarell Quansah weiterhin alle Optionen. Eine Berufung blieb allerdings bereits erfolglos. Damit fehlt der 23-jährige Verteidiger von Bayer Leverkusen im Viertelfinalduell gegen Norwegen am Samstag in Miami.
Der englische Fußballverband hat die Zwei-Spiele-Sperre des FIFA-Disziplinarwesens gegen Jarell Quansah nach dessen Platzverweis im Achtelfinale gegen Mexiko (3:2) ohne Erfolg angefochten, sodass der 23-jährige Verteidiger von Bayer Leverkusen das WM-Viertelfinale Englands gegen Norwegen am Samstag (23:00 Uhr Ortszeit, live im Fernsehen) in Miami verpassen wird.
Berufung ohne Erfolg
Die Nachricht traf die englische Mannschaft mitten in der Turnierplanung. Wie der englische Verband am Montag offiziell mitteilte, werden derzeit alle rechtlichen Möglichkeiten geprüft: „Wir prüfen derzeit unsere Optionen hinsichtlich einer möglichen Berufung nach der Roten Karte für Jarell Quansah gestern Abend in Mexiko-Stadt." Die FIFA wies die Berufung jedoch zurück. Damit steht fest, dass Quansah sowohl im Viertelfinale gegen Norwegen als auch in einem möglichen Halbfinale nicht zur Verfügung steht. Erst in einem möglichen WM-Endspiel wäre er wieder spielberechtigt, wie Bayer Leverkusens Jarell Quansah wäre erst in einem möglichen WM-Endspiel der englischen Fußball-Nationalmannschaft wieder spielberechtigt.
Hintergrund: Platzverweis nach VAR-Eingriff
Der Platzverweis gegen den Innenverteidiger war im Achtelfinalduell gegen Mexiko in Mexiko-Stadt erfolgt. Quansah hatte gegen Mexiko wegen groben Foulspiels einen Platzverweis kassiert – allerdings erst nach Eingriff des Videoschiedsrichters. Er hatte Jesús Gallardo mit offener Sohle am Bein getroffen und war daraufhin vom Platz gestellt worden. Die FIFA wertete das Foul als so schwerwiegend, dass eine Sperre von zwei Partien ausgesprochen wurde.
Unterschiedliche FIFA-Maßstäbe
Bemerkenswert ist der Kontrast zur Behandlung eines vergleichbaren Falls im selben Turnier. Damit zeigte sich der Weltverband deutlich weniger gnädig als beim US-Amerikaner Folarin Balogun, der trotz vorheriger roter Karte im Achtelfinal gegen Belgien (1:4) spielen durfte, was weltweit für grosse Empörung gesorgt hatte. Nach übereinstimmenden Medienberichten war diese Entscheidung erst nach einem Telefonat von Donald Trump mit Gianni Infantino zugunsten Baloguns revidiert worden. Bei Quansah, der trotz vorheriger Roter Karte im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen durfte, was weltweit für große Empörung gesorgt hatte, zog die FIFA ihren ursprünglichen Ausschluss hingegen nicht zurück.
Auswirkungen auf Englands Team
Die Konsequenzen für das englische Team sind unmittelbar spürbar. Trainer Thomas Tuchel, der laut Medienberichten verärgert über den Ausfall seines Abwehrspielers ist, muss sein Defensivkonzept für die Begegnung mit Norwegen umstellen. Ein möglicher Halbfinalgegner wäre Argentinien oder die Schweiz – und auch für diese Partie steht Quansah nicht zur Verfügung. Das Spiel wird live im Fernsehen übertragen; in Österreich ist die Partie über Servus TV zu sehen.
Die Sperre sorgt auch im weiteren Turnierumfeld für Diskussionen, da die Maßstäbe innerhalb des Wettbewerbs unterschiedlich erscheinen. Während Balogun nach politischer Intervention wieder spielen durfte, blieb die Berufung im Fall Quansah erfolglos. Der englische Verband hatte die Entscheidung kritisch gesehen, vermochte sie aber nicht zu kippen.
Parallelen aus anderen Teams
Auch abseits der Sperre Quansahs hält das Turnier weitere Hiobsbotschaften bereit. Beim 3:0 der Marokkaner im Achtelfinal gegen Mitgastgeber Kanada war der dreifache Torschütze dieser WM früh angeschlagen ausgewechselt worden. Marokko muss den WM-Viertelfinal ohne Ismael Saibari bestreiten. Mohamed Ouahbi sagte an der Abschluss-PK in Foxborough, für den dreifachen Torschützen dieser WM komme das Spiel noch zu früh. Medienberichten zufolge hat der 25-Jährige nur eine leichte Muskelzerrung erlitten. Man hoffe, dass Saibari nicht für den Rest des Turniers ausfalle.
Stimmung in Norwegen
Marokko trifft am Donnerstagabend auf Frankreich, das bereits umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat. Alle Sicherheitskräfte seien in vollem Umfang im Einsatz, um sicherzustellen, dass das Viertelfinalspiel ein Fest bleibe, erklärte das französische Innenministerium. Im südfranzösischen Département Aude wurde wegen der Hitzewelle und rund um das Spiel der Verkauf und öffentliche Konsum von Alkohol vorübergehend verboten. In Düsseldorf, das die größte marokkanische Community in Deutschland beheimatet, hatten sich Fans bereits im Vorfeld in der Ellerstraße in Oberbilk versammelt.
Die Vorfreude in Norwegen ist riesig. 22.000 Tickets für ein Public Viewing in einem Stadion in Oslo waren innerhalb weniger Sekunden ausverkauft, wie die Veranstalter mitteilten. Insgesamt werden rund 100.000 Menschen zu einer öffentlichen Übertragung in der Innenstadt von Oslo erwartet. Sonderflüge von Oslo nach Miami für das Spiel seien norwegischen Medienberichten zufolge sofort ausgebucht gewesen. Norwegens Kapitän Martin Ödegaard sagte: „Es gab einige Dinge, die hätten besser laufen können, und wir haben sie behoben." Teammanager Stale Solbakken ergänzte: „Da liefen ein paar Dinge nicht rund" – und verwies auf den Hotelwechsel Fort Lauderdale.
Im norwegischen Team stehen vor dem Duell mit England auch zwei der auffälligsten Stürmer des Turniers: Erling Haaland und Kylian Mbappé, der beim Gastgeber Frankreich spielt, haben jeweils sieben Tore erzielt. Messi führt die ewige WM-Torjägerliste an und steht vor dem argentinischen Viertelfinale gegen die Schweiz bei acht Turniertoren.
Ein Blick zurück: Vor genau zwanzig Jahren verlor Frankreich das WM-Finale gegen Italien mit 3:5 im Elfmeterschießen nach 1:1, Zidane traf in der 7. Minute per Foulelfmeter, Materazzi glich in der 19. Minute aus. In der Verlängerung headbuttede Zidane Materazzi und sah die Rote Karte – in seinem letzten Pflichtspiel als Profi. Zidane, der heute 54 Jahre alt ist, begann seine Karriere bei USM Casablanca. Ein neuer Film im Solomon R. Guggenheim Museum in New York mit dem Titel „Zidane - Ein Porträt im 21. Jahrhundert" ist noch bis zum 19. Juli zu sehen. Zidanes Sohn Luca stand im algerischen Aufgebot bei dieser WM.
Die Fakten im Überblick: Quansah ist 23 Jahre alt, Innenverteidiger bei Bayer Leverkusen und englischer Nationalspieler. Die englische Mannschaft setzte sich im Achtelfinale gegen Mexiko mit 3:2 durch. Die FIFA-Sperre wurde nach Eingriff des Videoschiedsrichters ausgesprochen; eine Berufung des englischen Verbands blieb erfolglos.
Ausblick: Das Viertelfinalspiel gegen Norwegen beginnt am Samstag um 23:00 Uhr Ortszeit in Miami. Die Partie wird live im Fernsehen übertragen, in Österreich bei Servus TV. Sollte England das Viertelfinale überstehen, wäre Quansah auch im Halbfinale gesperrt – erst ein mögliches Endspiel könnte sein Comeback im Nationaltrikot werden.
Fragen & Antworten
Warum wurde Jarell Quansah gesperrt?
Die FIFA sperrte den 23-jährigen Innenverteidiger von Bayer Leverkusen für zwei Spiele, weil er im Achtelfinale gegen Mexiko (3:2) nach einem harten Foul an Jesús Gallardo vom Platz gestellt worden war. Der Videoschiedsrichter hatte zuvor eingegriffen.
Welche Spiele verpasst Quansah durch die Sperre?
Quansah fehlt im Viertelfinale Englands gegen Norwegen am Samstag in Miami sowie in einem möglichen Halbfinale. Erst in einem möglichen WM-Endspiel wäre er wieder spielberechtigt.
Warum sorgt der Fall für Empörung im Vergleich zu Folarin Balogun?
Der US-Amerikaner Folarin Balogun durfte trotz roter Karte im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) weiterspielen, was weltweit für Empörung sorgte. Bei Quansah wurde die Berufung des englischen Verbands dagegen abgewiesen.
Quansah Sperre: England ohne Verteidiger gegen Norwegen | finanz360