Festnahme in Wien: 41-jähriger Kroate soll mehr als 70 Menschen mit erfundener Autonotlage betrogen haben
Wien, 21. Juli 2026
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Kurzfassung
Die Wiener Polizei hat einen 41-jährigen kroatischen Staatsbürger festgenommen, der seit Mitte April mehr als 70 Menschen in Wien mit einer erfundenen Notlage um Bargeld gebracht haben soll. Die Ermittler gehen von einer erheblichen Dunkelziffer aus und veröffentlichen nun Lichtbilder, um weitere Opfer zu identifizieren.
Die Wiener Polizei hat am 16. Juli 2026 im 1. Bezirk (Innere Stadt) einen 41-jährigen kroatischen Staatsbürger festgenommen, der seit Mitte April 2026 mehr als 70 Betrugsdelikte in Wien begangen haben soll, indem er eine erfundene Notlage vortäuschte.
Den Zugriff meldete die Wiener Polizei am Montag nach monatelangen Ermittlungen. Demnach sei es Beamten des Stadtpolizeikommandos Innere Stadt gelungen, den Verdächtigen nach einer über mehrere Monate andauernden Betrugsserie vorwiegend im 1. Bezirk auf frischer Tat zu ertappen und festzunehmen. Die Staatsanwaltschaft Wien ordnete die Einlieferung in eine Justizanstalt an.
Laut Polizei soll der Mann seit Mitte April mehr als 70 Betrugsdelikte durch das Vortäuschen einer Notlage begangen haben. Die bekannte Schadenssumme beläuft sich auf rund 20.000 Euro. Die Ermittler rechnen jedoch damit, dass die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich höher liegt.
Die Masche im Detail
Bei seiner Masche gab der Beschuldigte vor, sich soeben selbst aus seinem Auto ausgesperrt zu haben. In dem verschlossenen Wagen, so seine Behauptung, befänden sich sein Handy, seine Geldtasche und seine Ausweisdokumente. Mit dieser Geschichte sprach er Passanten an und bat um Bargeld.
Zusätzlich erklärte der Mann nach Angaben der Ermittler, er müsse dringend nach Salzburg zu einem Termin und bat daher um Geld für die Zugfahrt und die dortige Unterkunft. Er versprach den Geschädigten, das geliehene Geld am nächsten Tag zurückzuzahlen oder zu überweisen. Auf diese Weise brachte er sie dazu, ihm Bargeldbeträge zwischen 100 und 600 Euro auszuhändigen.
Die Polizei beschreibt das Vorgehen als gezielt: Der Beschuldigte habe seine Opfer vor allem in Tiefgaragen sowie in Geschäftslokalen angesprochen. Diese Orte wählte er offenbar, weil dort die Wahrscheinlichkeit höher war, auf hilfsbereite Personen zu treffen. Die Beträge, die er erhielt, bewegen sich nach bisherigen Erkenntnissen jeweils zwischen 100 und 600 Euro.
Ermittlungen und Dunkelziffer
Die Ermittlungen führt das Stadtpolizeikommando Landstraße. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen geht die Polizei von einer erheblichen Dunkelziffer weiterer bisher nicht angezeigter Straftaten aus. Die Behörden vermuten, dass sich noch weitere Opfer melden könnten, die den Vorfall aus Scham oder Unsicherheit bislang nicht zur Anzeige gebracht haben.
Um mögliche weitere Geschädigte zu erreichen, veröffentlicht die Wiener Polizei über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien Lichtbilder des Beschuldigten. Diese Maßnahme ist ein übliches Instrument, wenn Tatverdächtige mutmaßlich zahlreiche, bislang unbekannte Opfer geschädigt haben. Betroffene oder Zeugen werden gebeten, sich beim Stadtpolizeikommando Landstraße unter der Telefonnummer 01 31310 58252 zu melden.
Festnahme und Justizanstalt
Bei dem Festgenommenen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 41-jährigen kroatischen Staatsangehörigen. Nach seiner Festnahme am 16. Juli 2026 in der Inneren Stadt wurde er auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien in eine Justizanstalt eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Haftgrund und weitere strafrechtliche Schritte.
Die Masche des Mannes folgt einem bekannten Muster sogenannter Notlagen- oder Hilfeleistungsbetrügereien. Täter nutzen eine vorgespielte, zeitlich dringliche Notlage, um spontane Hilfsbereitschaft auszunutzen und an Bargeld zu gelangen. Rückzahlungen erfolgen in aller Regel nicht, da die angegebenen Kontaktdaten entweder erfunden sind oder die Täter nach der Übergabe sofort den Kontakt abbrechen.
Polizeiliche Warnung
Die Wiener Polizei warnt in solchen Fällen grundsätzlich davor, Bargeld an Unbekannte zu übergeben, auch wenn die Geschichte plausibel klingt. Empfohlen wird, stattdessen konkrete Hilfsangebote zu vermitteln, etwa den Anruf bei einer Behörde, einem Taxiunternehmen oder einer Vertrauensperson, und niemals Ausweisdokumente oder Handys aus der Hand zu geben.
Im aktuellen Fall erschwert die hohe Zahl der Taten und die Vielzahl möglicher Tatorte die Aufarbeitung. Die Polizei setzt daher auf die Öffentlichkeitsfahndung mit Lichtbildern, um weitere Opfer zu identifizieren und das Gesamtbild der Serie zu vervollständigen. Auch Angaben zu Orten, Uhrzeiten und äußeren Umständen können für die Ermittler wichtig sein.
Öffentlichkeitsfahndung mit Lichtbildern
Die Staatsanwaltschaft Wien hat die Veröffentlichung der Bilder angeordnet, da ein richterlicher Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung in Fällen mit einer großen Anzahl mutmaßlicher Geschädigter als的必要. Mit der Veröffentlichung soll zudem verhindert werden, dass sich der Beschuldigte nach einer möglichen Haftentlassung erneut an hilfsbereite Menschen wendet.
Für die Wiener Polizei ist der Fall zugleich ein Beispiel für die Arbeit der Ermittlungsgruppen, die auf sogenannte Serienstraftaten spezialisiert sind. Durch die Auswertung von Anzeigen, die Befragung von Zeugen und den Abgleich von Tatmustern konnten die Beamten den Verdächtigen schließlich auf frischer Tat festnehmen. Hinweise aus der Bevölkerung hatten dabei eine zentrale Rolle gespielt.
Aufruf an mögliche weitere Opfer
Betroffene, die dem Beschuldigten zwischen Mitte April und Mitte Juli 2026 in Wien Geld übergeben haben und bislang noch keine Anzeige erstattet haben, werden ausdrücklich ermuntert, sich zu melden. Auch wer lediglich angesprochen wurde und misstrauisch wurde, ohne finanziellen Schaden erlitten zu haben, kann sachdienliche Hinweise geben. Die Kontaktaufnahme ist telefonisch beim Stadtpolizeikommando Landstraße unter 01 31310 58252 möglich.
Fragen & Antworten
Wer wurde in Wien festgenommen?
Festgenommen wurde ein 41-jähriger kroatischer Staatsangehöriger, dem die Polizei vorwirft, seit Mitte April 2026 mehr als 70 Betrugsdelikte in Wien begangen zu haben.
Wie lief die Betrugsmasche ab?
Der Beschuldigte gab vor, sich aus seinem Auto ausgesperrt zu haben und dringend nach Salzburg zu müssen, und bat Passanten um Bargeldbeträge zwischen 100 und 600 Euro für Zugfahrt und Unterkunft.
Was sollen mögliche weitere Opfer tun?
Mögliche weitere Geschädigte werden gebeten, sich beim Stadtpolizeikommando Landstraße unter der Telefonnummer 01 31310 58252 zu melden.
Wien Betrugsserie: 41-Jähriger nach 70 Fällen festgenommen | finanz360