Am Sonntagmittag ist in einem von der Ta'ang National Liberation Army (TNLA) kontrollierten Dorf im Nordosten Myanmars ein Sprengstofflager explodiert, wobei nach Angaben von Rettungskräften und lokalen Medien mindestens 55 Menschen getötet und über 70 verletzt wurden.

Die Detonation ereignete sich gegen 12:00 Uhr Ortszeit in einem Dorf nahe der Stadt Namhkam im nördlichen Shan-Staat, unweit der Grenze zu China. Das betroffene Depot befand sich nach Bestätigung der TNLA selbst in deren Besitz und enthielt nach Darstellung der Gruppe kommerziellen Sprengstoff für einen Steinbruch.

Die Wucht der Explosion war enorm. Augenzeugen berichteten von einem ohrenbetäubenden Knall und einer anschließenden Rauchwolke. „Wir hörten das lauteste Geräusch unseres Lebens, und dann sahen wir den Rauch“, schilderte der Dorfbewohner Min Myo die ersten Momente nach der Detonation.

Augenzeugen schildern die Katastrophe

Die unmittelbaren Folgen waren verheerend. Die Let Phat Nyunt Social Assistance Association, eine lokale Hilfsorganisation, gab an, bislang 46 Leichen geborgen zu haben, darunter mindestens sechs Kinder. Andere Rettungskräfte und Anwohner sprachen von bis zu 55 Todesopfern. Die BBC und eine lokale Nachrichtenagentur meldeten ebenfalls mindestens 55 Tote.

Neben den Todesopfern wurden mehr als 70 Menschen verletzt. Viele von ihnen erlitten schwere Verbrennungen und Knochenbrüche. Die Augenzeugin Mai Chit betonte die Dringlichkeit der medizinischen Versorgung: „Die Verwundeten brauchen dringend Blut.“ Das Krankenhaus in Namhkam meldete einen akuten Mangel an Blutkonserven für die Behandlung der Verletzten.