Die EU-Außenminister haben bei einem informellen Treffen in Limassol auf Zypern die Ernennung eines EU-Sondergesandten für mögliche Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg vorerst abgelehnt.

Warnung vor einer russischen Falle

Vor allem Deutschland und Schweden wiesen entsprechende Vorschläge entschieden zurück, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Der deutsche Europaminister Gunther Krichbaum, der für den erkrankten Außenminister Johann Wadephul nach Zypern gereist war, warnte davor, „den dritten Schritt vor dem ersten zu tun“.

Die Diskussion über einen Sondergesandten war aufgekommen, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Mitte Mai nach einem Austausch mit EU-Ratspräsident António Costa erklärt hatte, Europa müsse bei Friedensverhandlungen eine starke Stimme haben. Selenskyj hielt die Ernennung eines Sondergesandten für sinnvoll.

Als mögliche Kandidaten wurden unter anderem der frühere EZB-Chef Mario Draghi, die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der finnische Präsident Alexander Stubb und der frühere EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker genannt. Die finnische Außenministerin Elina Valtonen sagte, ihr Präsident sei hochqualifiziert und könne die russische Bedrohung aus finnischer Perspektive gut einschätzen. Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel bemerkte augenzwinkernd, Juncker sei immer perfekt und Luxemburger seien stets eine gute Lösung.