Erstmals Nest der Asiatischen Hornisse in Brandenburg entfernt
Eisenhüttenstadt, 25. Juli 2026
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Kurzfassung
Im ostbrandenburgischen Eisenhüttenstadt ist erstmals ein Nest der Asiatischen Hornisse in Brandenburg entfernt worden. Fachleute mit Spezialausrüstung bargen das Volk an einem Dachvorsprung, die toten Tiere sollen genetisch untersucht werden.
In Eisenhüttenstadt ist erstmals in Brandenburg ein Nest der Asiatischen Hornisse entfernt worden, wie das Agrar- und Umweltministerium am Donnerstag mitteilte.
Fachleute im Einsatz
Fachleute mit Spezialausrüstung rücken am Vormittag in Eisenhüttenstadt gegen die eingeschleppte Art an. Das Nest hing an einem Dachvorsprung in der ostbrandenburgischen Stadt an der polnischen Grenze. Der erfahrene Imker Holger Ackermann schätzt, dass in dem Nest an einem Dachvorsprung in Eisenhüttenstadt rund 50 bis 100 Hornissen seien.
Holger Ackermann ist Imker und Sprecher des Imkerverbands Brandenburg. Er beschrieb das Vorgehen am Fundort mit den Worten: „Man geht auf Spurensuche“ und forderte zugleich: „Man muss schnell und gut sortiert vorgehen.“
Einordnung durch das Ministerium
Ackermann betonte zudem, die Art dürfe nicht in dramatisierende Kategorien eingeordnet werden. „Es ist keine Killer-Hornisse“, sagte er. Die invasive Hornissen-Art, die hierzulande nicht heimisch ist, gilt als Gefahr für die Artenvielfalt, vor allem für Honigbienen.
Bisher gab es in Brandenburg keinen Nachweis der Asiatischen Hornisse. Laut Landesumweltamt wurde eher im Westen Brandenburgs mit ersten Funden gerechnet. Sie ist vor allem im Westen Deutschlands längst verbreitet. Denn an der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wurden Vorkommen der Asiatischen Hornisse nachgewiesen.
Vorgehen bei der Bergung
Im Umgang mit dem Tier verweist das Agrar- und Umweltministerium auf eine differenzierte Einschätzung: „Für Menschen stellt eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel keine Gefahr dar“, heißt es aus dem Haus. Und weiter: „Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen“. Allerdings könnten die Tiere ihre Nester, die sie etwa an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen anlegten, bei Störungen aggressiv verteidigen.
Zum ersten Mal wird in Brandenburg ein Nest der Asiatischen Hornisse beseitigt. Die Bergung lief nach Angaben der Beteiligten mehrstufig: Zunächst müssten Kunststoffsäcke über das Nest gestülpt werden. Die Hornissen kämen dann in eine Art Kühltasche, so dass die Tiere träge würden. „Unser Plan ist, die Hornissen einzufrieren“, sagte Ackermann. Nach zwei Tagen in einer Tiefkühltruhe seien die Hornissen tot.
Anschließend werden die toten Tiere im Labor genetisch analysiert. Damit soll geklärt werden, wie die Asiatische Hornisse den Weg bis nach Eisenhüttenstadt fand. Die Auswertung könnte Rückschlüsse auf die Einschleppungswege der Art in den Osten Deutschlands liefern.
Vorbereitung und genetische Analyse
Die Bekämpfung der invasiven Art ist in Brandenburg gut vorbereitet. Seit rund zwei Jahren habe man sich darauf vorbereitet und Rat von Experten aus ganz Deutschland eingeholt, berichtete Ackermann. Imkerverbände und Behörden tauschen sich demnach seit längerem über Nachweismethoden, Nestentfernung und tierschutzgerechte Verfahren aus.
Quallen, die ebenfalls zur Diskussion stehen, wenn es um Nesseltiere geht, faszinieren die Wissenschaft seit Langem. Sie zählen zu den ältesten Lebewesen auf unserem Planeten: Bereits vor 670 Millionen Jahren schwebten die Nesseltiere durch die Urozeane. Sie haben weder ein Gehirn noch ein Herz oder Knochen und bestehen zu 98 Prozent aus Wasser. Etliche Arten besitzen die Fähigkeit, im Dunkeln zu leuchten.
Die vielleicht erstaunlichste Fähigkeit besitzt die Quallenart Turritopsis dohrni, die unter anderem im Mittelmeer heimisch ist. Statt nach der Fortpflanzung zu altern und schließlich zu sterben, ist sie in der Lage, in ein früheres Entwicklungsstadium zurückzukehren. Sie beginnt ihr Leben also einfach von vorn - und das immer wieder. Damit ist sie biologisch gesehen unsterblich.
Quallen in Nord- und Ostsee
Auch in den heimischen Meeren tauchen Quallen gelegentlich auf. Feuerquallen sind rotorange-bräunlich bis gelb und haben einen relativ kompakten Quallenkörper. Der Schirm kann etwa tellergroß werden, die Tentakeln meterlang. Sie lebt in der Nordsee und kann im Sommer durch Wind und Strömung auch in die Ostsee getrieben werden. Feuerquallen sind an den Stränden von Nord- und Ostsee immer nur vorübergehende Gäste. Sobald der Wind dreht, treiben sie wieder aufs offene Meer hinaus.
Meist handelt es sich um harmlose Ohrenquallen (Aurelia aurita). Sie sind fast durchsichtig und gut an den vier weißen, rosa- oder lilafarbenen Ringen auf der Oberseite zu erkennen. Ihre Nesselpfeile können die menschliche Haut nicht durchdringen.
Kommt man mit den Tentakeln einer Feuerqualle in Kontakt, etwa durch eine Berührung im Wasser, platzen die Nesselkapseln auf und setzen ihr Gift frei, das schmerzhafte Hautreizungen hervorruft. Nach dem Kontakt mit dem Nesselgift der Feuerqualle bilden sich auf der Haut brennende Rötungen, Striemen, Quaddeln oder Schwellungen. Später tritt ein heftiger Juckreiz auf. Bei sehr empfindlichen Menschen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. In der Regel befinden sich nach einer Berührung die meisten Nesselkapseln (circa 80 Prozent) noch unbeschädigt auf der Haut.
Erste Hilfe bei Kontakt
Nach wiederholtem Kontakt können auch heftige allergische Reaktionen mit Herz-Kreislauf-Störungen und schlimmstenfalls Bewusstlosigkeit auftreten. Auch an angespülten, toten Feuerquallen kann man sich noch „verbrennen“, da die Nesselzellen noch längere Zeit aktiv sind.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme nach einer Quallenverbrennung gilt: Ruhe bewahren und das Wasser zügig verlassen. Betroffene gegebenenfalls beruhigen. Nicht versuchen, die Nesseln mit der Hand abzustreifen - hierbei droht weitere Verletzungsgefahr. Die Nesselkapseln nicht mit Süßwasser oder gar Alkohol abspülen. Stattdessen die betroffene Haut vorsichtig und ohne Reiben mit Sand bestreuen. Diesen leicht antrocknen lassen. Anschließend die Haut mit einer Plastikkarte, etwa einer Kreditkarte oder einem Personalausweis, abschaben.
Noch besser als Sand funktioniert Rasierschaum (ohne Alkohol). Er verhindert, dass die Nesselkapseln das Gift freisetzen. Wer unsicher ist, kann am Strand bei den Rettungsschwimmern der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) nachfragen. Sie halten meist auch Rasierschaum sowie kühlende Gels zur Behandlung der betroffenen Hautstellen bereit.
Giftige Arten weltweit
Wer im Ausland und vor allem an den subtropischen und tropischen Küsten der Weltmeere von einer Qualle gestochen wird, sollte im Zweifelsfall vor Ort ins Krankenhaus fahren oder einen Notarzt rufen, da die regionalen Hilfskräfte sich am besten mit der Behandlung der Stiche der dortigen Quallenarten auskennen. Die Begegnung mit einer Portugiesischen Galeere ist äußerst schmerzhaft und kann neben Hautreizungen Übelkeit, Schwindel, Atemprobleme und Herzrhythmusstörungen auslösen.
Bei den bläulich-violett schimmernden Tieren, die immer an der Wasseroberfläche schwimmen, handelt es sich biologisch gar nicht um eine Qualle, sondern um eine Kolonie mehrerer Polypen-Lebewesen. Hauptsächlich lebt sie allerdings in den tropischen und subtropischen Meeren des Atlantiks und Pazifiks. Eines der giftigsten Lebewesen der Welt ist die sogenannte Seewespe, eine Würfelquallenart, die vor allem an der Küste Australiens beheimatet ist. Ihr Gift greift das Nervensystem an und führt so zu Muskel- und Atemlähmungen sowie zu Herz-Kreislauf-Störungen und in seltenen Fällen zum Tod.
Die Größenunterschiede im Reich der Quallen sind enorm. Die kleinsten Quallen sind nicht einmal einen Millimeter groß, die Schirme der größten haben einen Durchmesser von mehr als zwei Metern und ein Gewicht von 200 Kilogramm. Einige Arten besitzen mehr als 30 Meter lange Tentakeln.
Fragen & Antworten
Wo in Brandenburg wurde das Nest der Asiatischen Hornisse gefunden?
Das Nest hing an einem Dachvorsprung in Eisenhüttenstadt, einer Stadt im Osten Brandenburgs an der polnischen Grenze. Der Imker Holger Ackermann schätzte die Zahl der Tiere auf rund 50 bis 100.
Warum ist die Asiatische Hornisse aus Sicht des Ministeriums nicht automatisch gefährlich?
Nach Angaben des Agrar- und Umweltministeriums stellt eine einzelne Asiatische Hornisse in der Regel keine Gefahr für Menschen dar und verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv. Nur bei Störungen am Nest, etwa an Carports, Schuppen, Garagen oder Scheunen, könne sie dieses aggressiv verteidigen.
Was geschieht nach der Bergung mit den toten Hornissen?
Die toten Tiere werden in einem Labor genetisch analysiert, um zu klären, wie die Asiatische Hornisse den Weg bis nach Eisenhüttenstadt fand. Vor der Entnahme wurden die Hornissen eingefroren; nach zwei Tagen in der Tiefkühltruhe sind sie tot.
Asiatische Hornisse: Erstes Nest in Brandenburg entfernt | finanz360