Im WM-Viertelfinalspiel zwischen England und Norwegen in Miami hat Schiedsrichter Clément Turpin den umstrittenen Ausgleichstreffer von Jude Bellingham (45.+2 Minute) zum 1:1-Endstand trotz eines Protests der norwegischen Mannschaft gegeben, obwohl der Ball zuvor offenbar das Kamerakabel der TV-Übertragung berührt hatte.

Die Partie, die in Miami ausgetragen wurde, war das erste WM-Viertelfinale in der Geschichte der norwegischen Mannschaft. Die Skandinavier gingen durch Andreas Schjelderup in der 36. Minute in Führung und schienen auf dem Weg in eine Überraschung. Die norwegische Freude währte jedoch nicht lange, denn noch vor der Pause glich Jude Bellingham für England aus.

Die Szene, die im Anschluss für reichlich Diskussionsstoff sorgte, nahm ihren Ausgang bei einem Abstoß von Norwegens Torhüter Örjan Nyland. Der Ball flog in die gegnerische Hälfte, prallte dort allerdings nicht etwa auf den Rasen, sondern traf die in der Luft hängende Sky-Kamera, die für die TV-Übertragung über dem Spielfeld schwebt. Von dort fiel das Spielgerät „Three Lion" Elliott Anderson vor die Beine, der umgehend Anthony Gordon einsetzte. Vom „Neo-Barca-Star" ging der Ball weiter zu Bellingham, der den Ball im englischen Tor unterbrachte.

Die entscheidende Szene

Die norwegischen Spieler protestierten umgehend beim französischen Unparteiischen Clément Turpin und reklamierten, dass der Ball in der Luft ein Kamerakabel berührt habe. Auch Norwegens Trainer Stale Solbakken schaltete sich ein, doch weder der Schiedsrichter noch der Videoassistent griffen ein. „Da half auch die Intervention von Nyland und Norwegen-Coach Stale Solbakken nichts", heißt es in den Spielberichten.