Nach der Implosion eines mit ätzender Chemikalie gefüllten Tanks in der Verpackungsfabrik Nippon Dynawave Packaging in Longview, Washington, sind alle neun zunächst vermissten Personen tot aufgefunden worden, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf elf gestiegen ist.

Die Rettungskräfte bargen im Laufe der Woche sechs weitere Leichen aus den Trümmern der Anlage, nachdem bereits kurz nach dem Unglück am Dienstag zwei Todesopfer entdeckt worden waren. Die Behörden bestätigten am Samstag (Ortszeit) den Tod aller neun Vermissten.

Feuerwehrchef Brad Hannig erklärte auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass die Einsatzkräfte in einer aktiven und gefährlichen Umgebung arbeiteten, um die Leichen der übrigen Opfer zu finden. Wörtlich sagte er: "Wir arbeiten weiterhin mit dem Gerichtsmediziner zusammen, um die Familien zu informieren."

Die gefährliche Chemikalie im Tank

Der zerstörte Tank enthielt nach Behördenangaben rund 3,4 Millionen Liter sogenannter Weißlauge. Diese hochgradig ätzende Flüssigkeit wird in der Papierproduktion eingesetzt, um Holzschnitzel im frühen Stadium der Zellstoffherstellung aufzulösen.

Durch die Wucht der Implosion wurden Fahrzeuge und Gebäude in der Nähe des Tanks beschädigt. Die austretende Chemikalienlösung gelangte zudem in den nahegelegenen Columbia River, wie Tests bestätigten.

Trotz des Austritts der Chemikalien erklärten die Behörden, dass keine negativen Auswirkungen auf das Trinkwasser von Longview festgestellt wurden. Ein Vertreter der Umweltschutzbehörde EPA betonte, es seien keine bedenklichen Luftschadstoffe gemessen worden.