Zwei Tage vor dem ersten Jahrestag des Amoklaufs am BORG Dreierschützengasse in Graz haben Bildungsverantwortliche, Schulleitung und Eltern über den Stand der Aufarbeitung, die geplante Rückkehr an den Schulstandort und den behutsamen Umgang mit dem Gedenken informiert.

Am 10. Juni 2025 hatte ein 21-Jähriger, der selbst Schüler des BORG Dreierschützengasse gewesen war, mit einer legal besessenen Glock-19-Pistole und einer abgesägten Schrotflinte in mehreren Klassenzimmern auf zwei Obergeschoßen wahllos auf Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte geschossen. Innerhalb von rund sieben Minuten feuerte er 40 Schüsse ab, tötete neun Jugendliche und eine Lehrerin und verletzte elf weitere Personen teils schwer, bevor er Suizid beging. Die Tat erschütterte Österreich und löste eine Debatte über Gesetzeslücken im Umgang mit Waffen, über Gewaltprävention und über den Schutz von Schulen aus.

Am 8. Juni 2026, zwei Tage vor dem Jahrestag, traten Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner, Schulleiterin Liane Strohmaier, Bildungslandesrat Stefan Hermann (FPÖ) sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulgemeinschaft vor die Presse. Ziel der Pressekonferenz war es, so Meixner, den "medialen Druck" von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zu nehmen. Medienvertreter wurden zu Zurückhaltung aufgerufen. Meixner sprach von einem "Versuch der Rückkehr in ein geordnetes, normales Leben. Der Schulalltag wurde bewusst behutsam stabilisiert" und betonte, "die neue Normalität statt einfacher Rückkehr zur Normalität steht im Vordergrund".