Im Fall des tödlichen Drogenmissbrauchs von Schauspieler Matthew Perry ist sein früherer Assistent Kenneth Iwamasa von einem Gericht in Los Angeles zu einer Haftstrafe von über drei Jahren verurteilt worden.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Iwamasa dem 54-Jährigen in den Tagen vor dessen Tod mehr als 25 Dosen des Narkosemittels Ketamin verabreicht hatte. Perry war im Oktober 2023 leblos im Whirlpool seines Hauses in Los Angeles aufgefunden worden.
Laut Gerichtsunterlagen hatte Perry zu Iwamasa gesagt: „Spritz mir eine Große“. Die Staatsanwaltschaft warf dem Assistenten vor, die gefährliche Abhängigkeit des Schauspielers ausgenutzt und aktiv befördert zu haben.
Das Netzwerk der Lieferanten
Neben Iwamasa wurden weitere Personen in dem Fall angeklagt. Alle beteiligten sich nach Überzeugung der Justiz an der Belieferung des Schauspielers mit Ketamin, darunter eine als „Ketamin-Queen“ bekannte Dealerin. Bereits fünf Schuldsprüche waren zuvor in dem Komplex ergangen.
Matthew Perry wurde mit seiner Rolle als Chandler Bing in der weltweit erfolgreichen Sitcom „Friends“ berühmt. Über Jahre kämpfte er öffentlich mit Suchtproblemen, über die er auch in seiner Autobiografie offen sprach.
Die Urteilsverkündung gegen Iwamasa markiert einen weiteren Schlusspunkt in einem aufsehenerregenden Strafverfahren, das die dunklen Seiten des Hollywood-Ruhms offenlegte. Die Ermittlungen hatten ein Netzwerk von Lieferanten und Gehilfen zutage gefördert, die Perrys Sucht für Profit ausnutzten.
Verantwortung des Assistenten
Das Gericht betonte in seiner Begründung die besondere Verantwortung von Iwamasa als persönlicher Assistent. Statt Hilfe zu organisieren, habe er die lebensgefährliche Situation des Schauspielers verschlimmert und unmittelbar zu dessen Tod beigetragen.
Die Verteidigung hatte auf eine mildere Strafe plädiert und argumentiert, Iwamasa sei selbst von Perry unter Druck gesetzt worden. Das Gericht folgte dieser Argumentation jedoch nicht und verhängte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten.
Der Fall hatte international für Schlagzeilen gesorgt und eine Debatte über den Umgang mit suchtkranken Prominenten in der Unterhaltungsindustrie ausgelöst. Experten forderten strengere Kontrollen und bessere Unterstützungssysteme für Betroffene.
Reaktionen und Debatte
Perrys Tod hatte weltweit Trauer ausgelöst. Fans und Weggefährten erinnerten an sein komödiantisches Talent und seinen jahrzehntelangen Kampf gegen die Abhängigkeit. Die „Friends“-Darsteller hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung tief betroffen gezeigt.
Mit dem Urteil gegen Iwamasa sind die strafrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit Perrys Tod weitgehend abgeschlossen. Die Behörden betonten, dass die Bekämpfung der illegalen Verbreitung von Ketamin weiterhin hohe Priorität habe.
