DFB-Kapitän Joshua Kimmich hat Kai Havertz vor dem Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain die Daumen gedrückt und hofft auf einen positiven Impuls für die anstehende Weltmeisterschaft.
Was ist neu seit dem 30. Mai 2026
Update vom 30. Mai 2026: Joshua Kimmich hat sich in Herzogenaurach erstmals ausführlich zur Bedeutung von Kai Havertz für die Nationalmannschaft geäußert und seine Hoffnung auf einen Titelgewinn des Arsenal-Stars im heutigen Finale bekräftigt.
"Ich hoffe, dass er natürlich mit einem Erfolgserlebnis daherkommt, dass er den Titel mitbringt und dann natürlich auch mit einer positiven Energie ins Turnier startet", sagte Kimmich vor dem Duell des englischen Meisters gegen Paris Saint-Germain in Budapest.
Der 26-jährige Havertz, der 2021 mit dem FC Chelsea bereits die Champions League gewann, steht mit Arsenal nun erneut im Finale der Königsklasse. Kimmich und die Nationalmannschaftskollegen werden die Partie am frühen Abend im Trainingsquartier in Herzogenaurach verfolgen.
Kimmich lobte Havertz in höchsten Tönen. "Er ist für uns ein extrem wichtiger Spieler, der Kai", sagte der DFB-Kapitän. "Der Kai war auch sehr, sehr wichtig für uns und ich glaube, dass er in diesem Turnier auch sehr wichtig für uns sein wird, weil er wirklich ein super Gesamtpaket mitbringt, sehr viel mitbringt, was uns extrem helfen wird."
Kimmich: "In Deutschland unterschätzt"
Havertz hat in seiner Karriere bereits die Champions League, den Supercup und die Klub-Weltmeisterschaft gewonnen. Kürzlich feierte er mit Arsenal den größtmöglichen Triumph im englischen Fußball, den Titel in der Premier League. Der 57-fache Nationalspieler weist mit 21 Toren in 57 Länderspielen die meisten Treffer im aktuellen DFB-Aufgebot auf.
Kimmich äußerte zudem Unverständnis über die öffentliche Wahrnehmung des Stürmers in der Heimat. "Ich finde, dass er in Deutschland in den letzten Jahren sehr unterschätzt wurde", sagte er.
Thierry Henry unterstrich die Bedeutung Havertz' für das Team von Mikel Arteta. "Sie haben Kai vermisst, weil er beim Umschalten hilft, stark im Pressing ist", sagte Henry vor dem Endspiel bei CBS Sports.
Als Havertz im Juli 2023 für 60 Millionen Pfund vom FC Chelsea zum Stadtrivalen Arsenal wechselte, begleiteten ihn die eigenen Fans bei Toren lange mit einem ironischen Gesang auf die Melodie von Shakiras WM-Hit: "Waka, Waka, eh, eh – 60 millions down the drain – Kai Havertz scores again." Übersetzt: "60 Millionen zum Fenster herausgeworfen – Kai Havertz trifft schon wieder."
Vom Spottgesang zum Heldenstatus?
Sollte Havertz an diesem Samstag – wie schon 2021 mit Chelsea gegen Manchester City – den Siegtreffer in einem Champions-League-Finale erzielen, dürfte das Lied erneut in der Budapester Puskás Aréna erklingen. "Er hat diese Gabe, wichtige Tore zu machen", sagte Kimmich.
Nach dem Endspiel wird Havertz direkt in die USA fliegen und in Chicago auf seine Kollegen treffen. Wegen diverser Verletzungen stand er Julian Nagelsmann von November 2024 bis zu den März-Spielen in der Schweiz und gegen Ghana lange Zeit nicht zur Verfügung.
Nagelsmann selbst hatte Havertz bei der Kaderverkündung in den Sozialen Medien mit deutlichen Worten adressiert: "Du verkörperst Geschwindigkeit, Kreativität, Mannschaftsdienlichkeit, extreme defensive Verlässlichkeit, eine gute Gier in beide Richtungen. Auf dem Platz bist du unglaublich bedeutend für uns. Du hast alles, was wir brauchen, um einen Toptorjäger vorne drin zu haben."
Nagelsmanns klares Bekenntnis
Die Wertschätzung des Bundestrainers kontrastiert mit früheren öffentlichen Urteilen. Trotz eines Treffers nach vier Minuten und einer guten Leistung bei einer 2:3-Niederlage lautete die Forderung einst, Havertz solle auf dieser Position künftig nicht mehr spielen. Auch ein klassischer Mittelstürmer wie Niclas Füllkrug, der im November 2023 gegen die Türkei auflief, erhielt nach schwachen Vereinsleistungen keine WM-Nominierung.
Doch Havertz hat seine Vielseitigkeit längst unter Beweis gestellt: Zehn seiner 32 Tore bei Chelsea und acht seiner bisherigen 35 Treffer bei Arsenal erzielte er per Kopf. Mit der XXL-WM in den USA, Mexiko und Kanada steht ihm nun die nächste große Bühne bevor.
