Der ehemalige Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, soll am Montag von König Charles III. mit der Regierungsbildung beauftragt werden, nachdem 349 Labour-Abgeordnete seine Kandidatur für den Parteivorsitz unterstützen.

Mathematische Mehrheit für Burnham

Nach monatelanger Krise in der britischen Labour-Partei zeichnet sich die Nachfolge des zurückgetretenen Premierministers Keir Starmer ab. Die Nachrichtenagentur PA meldete, Andy Burnham werde der nächste Premierminister. Sky News schrieb, seine Wahl zum Parteivorsitzenden sei mathematisch garantiert.

Für eine Kandidatur als Labour-Parteichef ist die Unterstützung von 20 Prozent der Labour-Abgeordneten erforderlich, was derzeit 81 Mandatsträgern entspricht. Burnham hat nach Angaben der PA-Nachrichtenagentur inzwischen 349 Abgeordnete hinter sich. Da die Labour-Fraktion insgesamt 403 Mitglieder zählt, ist es rechnerisch ausgeschlossen, dass ein Gegenkandidat die nötige Zahl an Nominierungen erreichen könnte.

Bereits in der Vorwoche hatten 322 der 403 Labour-Abgeordneten ihre Zustimmung signalisiert. Inzwischen kamen 27 weitere Unterstützer hinzu. Damit ist der Weg für eine parteiinterne Bestätigung faktisch frei. Britische Medien sprechen in Anlehnung an monarchische Rituale von einer "coronation", also einer Krönung.

Parteivorsitz am Freitag

Burnham fehlte bisher noch die formelle Unterstützung von drei parteinahen Organisationen und Gewerkschaften, was allerdings als Formsache gilt. Sollte diese Zustimmung wie erwartet erfolgen, will er am kommenden Freitag den Parteivorsitz übernehmen.