Mehrere tausend Menschen haben am Samstag auf der Brennerautobahn in Tirol gegen die hohe Verkehrsbelastung demonstriert und die wichtige Alpentransitroute für acht Stunden komplett lahmgelegt, ohne dass es zu den befürchteten massiven Staus kam.

Die Kundgebung begann am Vormittag und dauerte planmäßig von 11:00 bis 19:00 Uhr. Demonstranten marschierten von Matrei am Brenner über eine Auffahrtsrampe auf die gesperrte Autobahn. Eine Blaskapelle und Gemeindevertreter verschiedener Orte am Brennerpass führten den Protestzug an.

Initiiert und organisiert wurde die Blockade von Karl Mühlsteiger, dem parteilosen Bürgermeister von Gries am Brenner. Er sagte den Demonstranten zu Beginn: „Es ist ein historischer Moment. Ihr geht in die Geschichte ein!“ Später fügte er hinzu: „Das geht heute in die Geschichte Tirols ein.“

Mühlsteiger machte deutlich, dass die Belastungsgrenze der Bevölkerung überschritten sei. „So kann es einfach nicht mehr weitergehen“, sagte er. „Wir kollabieren mittlerweile unter den extremen Abgasen.“ Er verwies auf 14,4 Millionen Fahrbewegungen pro Jahr über den Brenner – mit steigender Tendenz. „Das ist einfach alles viel zu viel.“