Der BBC-Journalist Misha Glenny hat in der ORF-Sendung ZiB 2 die Antrittsrede des neuen britischen Premierministers Andy Burnham als überraschend leidenschaftlich beschrieben und zugleich vor überzogenen Erwartungen gewarnt.

Leidenschaftlicher Auftritt mit Vorbehalt

Im Gespräch mit ZiB-2-Moderator Armin Wolf bezeichnete der britische Journalist die erste Rede Burnhams als unerwartet engagiert. "Er war voller Leidenschaft. Er war voller Engagement", sagte Glenny. Damit unterscheide sich der neue Regierungschef deutlich von seinem Vorgänger Keir Starmer, dessen Auftreten Glenny als "immer so zurückhaltend" charakterisierte, "als ob er kein Selbstvertrauen hätte".

Burnham, der erst am Montag sein Amt als siebter britischer Premierminister innerhalb eines Jahrzehnts angetreten hatte, hatte in seiner Antrittsrede "die größten politischen und ökonomischen Veränderungen seit 40 Jahren" angekündigt. Wolf hakte nach: "Er hat ja die größten politischen und ökonomischen Veränderungen seit 40 Jahren angekündigt. Könnte er damit zu viel versprechen?" Glenny antwortete ausweichend-kritisch und nannte das Vorhaben, die Obdachlosigkeit in Großbritannien umgehend zu beenden, "ein kühnes Versprechen". Ein ähnlich "kühnes Versprechen" hätte Burnham bereits in Manchester gegeben – "mit begrenztem Erfolg".