Die von der schwarz-roten Koalition vereinbarte Bafög-Reform steht auf der Kippe, nachdem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) erklärt hat, sie erwarte keine Erhöhung der Sätze mehr.

Die Ministerin sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, sie habe gehört, "dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt wird". Ihr Ministerium habe zwar alle Weichen gestellt und sei im Zeitplan, doch der Widerstand in den Fraktionen sei offenbar zu groß.

Bär zeigte Verständnis für einen möglichen Stopp der Reform und verwies auf die allgemeine Haushaltslage. "Wenn Pflegebedürftige sparen sollen und beim Elterngeld Kürzungen vorgenommen werden, dann ist nachvollziehbar, dass man nicht gleichzeitig an anderer Stelle große zusätzliche Leistungen verspricht", sagte sie.

Zudem bezeichnete die Ministerin die Situation der Studierenden in Deutschland als "sehr privilegiert". Es gebe keine Studiengebühren, und der Staat ermögliche vielen jungen Menschen überhaupt erst ein Studium. Es sei "kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben – viele sammeln dabei sogar wichtige Erfahrungen fürs Leben und den Beruf". Ein "Vollkaskostudium" werde es nicht geben.