Der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S hat am Montag seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026/27 deutlich erhöht und Investitionen von 1,5 bis 2 Milliarden Euro am Standort Kulim in Malaysia angekündigt, woraufhin die Aktie an der Wiener Börse den größten Tagesgewinn ihrer Geschichte verzeichnete.

Das im steirische Leoben ansässige Unternehmen, das weltweit zu den Top-5-Anbietern von Leiterplatten und IC-Substraten zählt, rechnet nun mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 45 bis 55 Prozent im Geschäftsjahr 2026/27. Zuvor hatte der Konzern 30 bis 35 Prozent in Aussicht gestellt. Auch bei der Profitabilität blickt AT&S deutlich optimistischer in die Zukunft: Die EBITDA-Marge werde voraussichtlich 32 bis 37 Prozent erreichen, nachdem zuvor 25 bis 29 Prozent erwartet worden waren.

Technologiesprung bei Hochleistungschips

Treiber des Booms sei ein Technologiesprung bei Hochleistungsrechnern hin zu mehr Interkonnektivität statt nur schnelleren Einzelchips, erklärte AT&S-Chef Michael Mertin am Montag der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Beim sogenannten Advanced Packaging würden bis zu 16 Prozessoren und Speicherbausteine auf einem einzigen IC-Substrat vernetzt, um auf engstem Raum extrem schnell Daten auszutauschen. „Das wird die Performance der Supercomputer der Zukunft wesentlich steigern“, sagte Mertin. Zudem seien die neuen Bauteile deutlich energieeffizienter.