Jerewan, 06 Juni 2026
Bei der Parlamentswahl in Armenien am Sonntag, dem 7. Juni 2026, tritt der pro-europäische Amtsinhaber Nikol Paschinjan gegen eine von Russland gestützte Opposition an, während Moskau mit Wirtschaftssanktionen und Desinformation den Wahlkampf beeinflusst.
Hintergrund: Zwischen Brüssel und Moskau
Armenien mit seinen rund drei Millionen Einwohnern, einer ehemaligen Sowjetrepublik im Kaukasus, stimmt am Sonntag über die Zusammensetzung seines Parlaments ab. Die Wahl gilt als Richtungsentscheidung zwischen einer weiteren Annäherung an die Europäische Union und einer Rückwendung nach Moskau. Im Mittelpunkt steht Ministerpräsident Nikol Paschinjan, ein früherer Journalist und Anführer der Samtenen Revolution von 2018, der das Land seither politisch neu ausgerichtet hat.
Bereits am 26. März 2025 hatte das armenische Parlament mit großer Mehrheit einen Prozess zur Annäherung an die EU und mögliche Beitrittsverhandlungen eingeleitet. Paschinjans Partei Civil Contract trägt diesen Kurs. Auf dem EU-Gipfel der Politischen Gemeinschaft Anfang Mai 2026 in Jerewan warb Paschinjan für eine visafreie Reiseregelung mit Europa innerhalb von zwei Jahren. Drei Tage vor der Wahl sagte die EU ein Hilfspaket von mehr als 50 Millionen Euro zu.
